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IQTIG-Chef Veit muss seinen Hut nehmen

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IQTIG-Chef Veit muss seinen Hut nehmen

Christof Veits Vertrag als Leiter des IQTIG wird nicht verlängert. Das hat der Vorstand des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) entschieden. Spannend bleibt die Frage, in welche Richtung sich die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren entwickeln.

Der gelernte Arzt hatte die Leitung des frisch gegründeten Instituts im Januar 2015 übernommen – ausgestattet mit einem Fünf-Jahres-Vertrag. Zuvor leitete Veit von 2007 bis 2015 das BQS-Institut, das sich ebenfalls mit dem Thema externe Qualitätssicherung befasst hatte. Das IQTIG arbeitet Aufträge des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ab. Das Institut hatte unter anderem die Aufgabe, die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren (PlanQI) zu konzipieren, zu erheben und zu veröffentlichen. Die PlanQI sollen den Bundesländern Informationen liefern, wo Kliniken statistisch gesehen gute oder weniger gute Behandlungsergebnisse erzielen – umso die Krankenhausplanung zu optimieren. Bisher hat das IQTIG die PlanQI für 2018 und 2019 veröffentlicht und damit heftige Gegenwehr bei Krankenhäusern (und einigen Ländern) hervorgerufen. Die Interessenlage in der Diskussion um die Behandlungsqualität und die Indikatoren ist einigermaßen diffus. „Es ist wie mit der Focus-Klinik-Liste: Die, die drinstehen, finden sie toll, die, die nicht gelistet sind, halten sie für Quatsch“, resümierte Veit im Dezember 2019 in f&w. 

Veit stand als Chef des IQTIG immer wieder in der Kritik, hatte aber angesichts der explosiven Debatte um Qualität und Krankenhausplanung auch keine leichte Rolle. „Es geht darum, wer der Katze die Schelle umhängt“, sagte Veit der f&w. „Keiner will sagen, welches Krankenhaus Patienten unzureichend versorgt. Man möchte es gesagt bekommen.“ Die spannende Frage – auch nach Veits Abgang – bleibt, wie die PlanQI weiterentwickelt werden. Der G-BA soll diesbezüglich noch in diesem Jahr die Weichen stellen. Die Bundesländer haben vor allem ein Interesse: eine Bewertung für ganze Abteilungen zu bekommen. Derzeit läuft die Suche nach einem Kompromiss zwischen punktuellen Indikatoren und repräsentativen Ergebnissen.

Der IQTIG-Vorstand, der Veits Vertrag nicht verlängert hatte, betonte in einer Mitteilung Veits Verdienste. Er habe zahlreiche Qualitätsverfahren auf den Weg gebracht und eine Systematik der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung in Deutschland etabliert. Im Vorstand des IQTIG sitzen je ein Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), des Gesundheitsministeriums, des Gemeinsamen Bundesausschusses sowie drei Vertreter der Krankenkassen.

Autor

 Jens Mau

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