Schutzkleidung für Klinikmitarbeiter

Die Maskenfrage

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Die Maskenfrage
© ©Werner Krueper Fotografie

Der Schutz der Klinikmitarbeiter rückt angesichts der steigenden Zahlen von Covid-19-Patienten in den Fokus, und die Regeln für den Einsatz von Schutzmasken bekommen immer mehr Bedeutung.

„Ärzte und Pflegekräfte stehen in vorderster Reihe bei der Versorgung infizierter Patienten. Hohe Opferzahlen in Italien und China belegen ein beträchtliches Infektionsrisiko, das jetzt erste Zahlen auch an deutschen Kliniken bestätigen“, warnt Michael Weber, Präsident des Verbands der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK). Aus Italien wird vermeldet, dass bereits mehr als 60 Ärzte im ganzen Land an Corona gestorben seien. Das Robert-Koch-Institut teilte auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ (2. April) mit, dass bundesweit 2.300 Personen des medizinischen Klinikpersonals mit Sars-CoV-2 infiziert seien. Die Dunkelziffer liege aber mutmaßlich höher, so das Institut.

Zu einer effektiven Schutzausrüstung gehört laut VLK deshalb eine FFP2-Maske. „Es kommen insbesondere nach den Erfahrungen aus Italien Zweifel auf, ob ein chirurgischer Einmalmundschutz (MNS) reicht.“ Aufgrund des Maskenmangels haben WHO und RKI allerdings MNS-Masken vorübergehend erlaubt – wenn keine FFP-Masken vorhanden sind. Die Knappheit der Masken steht oben auf der politischen Agenda. „Ich glaube, dass wir am Ende in Deutschland Milliarden Masken brauchen“, erklärte etwa CSU-Chef Markus Söder beim Besuch des Autozulieferers Zettl, der seinen Betrieb auf die Produktion von Masken umstellt.

Trend zur Wiederverwendung von Masken

Änderungen gibt es auch bei der Aufbereitung von Masken. Das Gesundheitsministerium hat sie am 31. März vorübergehend erlaubt: MNS-Masken müssen dabei mit trockener Hitze bei 65-70 Grad Celsius für 30 Minuten gereinigt werden. Da sie in erster Linie dem Fremdschutz dienen, dürfen sie im Stationsalltag auch ohne Dekontamination von derselben Person wiederverwendet werden. FFP2/3-Masken dürfen Kliniken ebenfalls nach einer 30-minütigen Hitzebehandlung zwischen 65 und 70 Grad wiederverwenden. Diese Masken sind zwingend erforderlich, um das medizinische Personal vor Aerosolen, die bei der Behandlung von COVID-19-Patienten entstehen können, zu schützen. Im Fall der FFP2/3-Masken empfiehlt das RKI eine erneute Nutzung ohne Aufbereitung nur bei einer patientenbezogenen Wiederverwendung während einer Schicht.

Schutz der Mitarbeiter mit Vorerkrankungen

„Es hängt sehr von der Handhabung ab, ob das sogenannte 4-Maskenprinzip, das heißt, Wiederverwendung nach Auslüften sicher ist und Masken nicht zur Infektionsquelle werden“, erklärt Weber vom VLK. Die Anstrengungen zur Beschaffung von Schutzausrüstung müssten weiter verstärkt werden, besonders vor der jetzt beginnenden heißen Phase der Pandemie, appelliert Weber. Bei der Personaleinteilung müsse der Krankenhausträger besondere Fürsorge gegenüber Mitarbeitern mit Vorerkrankungen walten lassen. Außerdem müsse die Zahl der infizierten Mitarbeiter genau erfasst werden, um das Risiko besser beurteilen zu können und gezielte Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.

Autor

 Jens Mau

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