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Pflegekräfte sollen Sonderprämie von 1.500 Euro erhalten

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Pflegekräfte sollen Sonderprämie von 1.500 Euro erhalten
© GettyImages/alvarez

Wegen der besonderen Belastungen in der Corona-Krise erhalten Pflegekräfte eine Sonderprämie von 1.500 Euro. Darauf haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) geeinigt. Beschäftigte in Vollzeit erhalten danach mit dem Juli-Gehalt eine Sonderprämie von 1.500 Euro, Teilzeitbeschäftigte einen Anteil entsprechend ihren tatsächlich geleisteten Stunden.

Die Prämie soll an Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Pflegeleitungen gezahlt werden. Auch Alltagsbegleiterinnen und -begleiter, Betreuungskräfte und Assistenzkräfte sind einbezogen. Hierbei haben sich die Tarifvertragsparteien am Geltungsbereich des Pflegemindestlohnes orientiert. Auszubildende in der Pflege sollen eine Prämie von 900 Euro erhalten.

Sylvia Bühler, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand, sagt: "Wir wollen, dass die Pflegekräfte in der Altenpflege eine Prämie bekommen, unabhängig davon, ob sie einen Tarifvertrag haben oder nicht. Deshalb werden wir beantragen, dass der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wird und alle Arbeitgeber diese Prämie zahlen müssen - auch die kommerziellen Anbieter, die faire Löhne für die verantwortungsvolle Arbeit in der Pflege verweigern."

Für die BVAP weist Vorstandsmitglied Gero Kettler darauf hin, dass die Prämie eine Anerkennung der besonderen Belastung in dieser Krise sei und keineswegs eine angemessene Vergütung für die auch im Alltag verantwortungsvolle, oft auch belastende und zu schlecht bezahlte Arbeit ersetze. Deshalb würden BVAP und Verdi auch weiter daran arbeiten, einen Tarifvertrag abzuschließen, der auf alle Arbeitgeber erstreckt werden soll.

Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), begrüßt solche Vorschläge, betont aber, dass die Arbeit im Krankenhaus Teamarbeit sei. Deshalb hätten alle Mitarbeiter der Kliniken einen Bonus verdient.

"Diejenigen, die an der unmittelbaren Versorgung der Patienten beteiligt sind, haben diese finanzielle Anerkennung verdient. In gleicher Weise sind aber auch die Labormitarbeiter bei den Testungen, die Medizinischen Fachangestellten in den Fieberambulanzen, die Logistiker bei den Reorganisationen, die IT-Experten in der Medizintechnik, die Reinigungskräfte mit ihren Desinfektionsaufgaben und viele mehr Teil dieses Teams im Krankenhaus und leisten ihren besonderen Beitrag zur Bewältigung der Ausnahmesituation", so der Präsident der DKG.

Die DKG schlägt einen besonderen Steuerfreibetrag für alle Beschäftigten im Krankenhaus vor, wie ihn der Bundesfinanzminister ins Spiel gebracht habe. Zusätzlich könnten die Überstunden bis zum Ende der Krise von der Besteuerung freigestellt werden.

Autor

 Christina Schröder

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