Rückkehr der Kliniken in den Normalbetrieb

Spahns Empfehlungen an die Länder

  • News des Tages

Nach sechs Wochen Aufschub und Absage von Operationen, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu schaffen, sollen Kliniken jetzt den Normalbetrieb wieder hochfahren. Gesundheitsminister Jens Spahn hat nun ein entsprechendes Konzept veröffentlicht. Ein Expertenbeirat, der den Rettungsschirm bewertet, tagt am Mittwoch erstmals.

Bei dem Papier handelt es sich um eine Empfehlung des Bundesministers an die Länder (nahezu zeitgleich hat auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft ein Konzept vorgelegt). Spahn rät den Länderchefs, die freizuhaltenden Intensivbetten für Covid-19-Patienten auf 25 Prozent der insgesamt vorhandenen Intensivbetten festzulegen und die OP-Kapazität im ersten Schritt zu 70 Prozent für Elektiveingriffe zu öffnen. Der Minister rät, danach zu einer schrittweisen Erhöhung der OP-Kapazität für Elektiveingriffe um jeweils 10 Prozent alle zwei Wochen. Ab einer elektiven OP-Kapazität von 90 Prozent sollen Kliniken die Intensivbetten-Reserve in 5-Prozent-Schritten alle 21 Tage anpassen - in Abhängigkeit von der Zahl der Aufnahmen aufgrund von Covid-19-Neuinfektionen im Verhältnis zu den entlassenen Patienten. Die untere Grenze der Intensivbetten-Reserve solle dabei abhängig von den Ergebnissen der epidemiologischen Entwicklung sein.

Divi-Register soll Planungstool werden

Spahn rät den Ländern außerdem dazu, Krankenhäuser zu benennen, in denen vorrangig Covid-19- Patienten aufgenommen und behandelt werden sollen, und solche, in denen planbare Operationen stattfinden sollen. Außerdem fordert der Minister auf, dass die Regionen bezogene Eskalationsstrategien - also wie gegebenenfalls die Kapazitäten bei Wiederanstieg der Infektionen - hochgefahren werden können. Das Divi-Intensivregister, so Spahn, werde derzeit zu einem Tool weiterentwickelt, das anhand bekannter Parameter eine Prognose für den Covid-19-bedingten Bedarf an Intensivbetten bundesweit und regional für die nächsten zwei Wochen vorhersagt.

Expertenbeirat tagt am Mittwoch

Bund und Länder hatten die Kliniken zu Anfang der Corona-Krise aufgefordert, ab 16. März alle medizinisch nicht zwingend notwendigen Aufnahmen und Operationen zu verschieben. Zur finanziellen Kompensation hat der Bund einen Schutzschirm aufgespannt, der unter anderem 560 Euro für jedes leerstehende Bett und eine Pauschale von 185 Euro pro Pflegekraft und -Pflegetag vorsieht, sowie 50.000 Euro für jedes neu geschaffene Intensivbett. Mit dem Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz hat das Parlament auch einen Expertenbeirat ins Leben gerufen, der die finanzielle Lage der Krankenhäuser und die Finanzierungsinstrumente bewerten soll. Dieser Beirat tagt am Mittwoch, 29. April, zum ersten Mal. Dort sitzen je fünf Vertreter der Krankenhäuser und Krankenkassen sowie die beiden Wissenschaftler Boris Augurzky und Reinhard Busse.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche



Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich