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Corona-Krise verstärkt Pflegekrise

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Corona-Krise verstärkt Pflegekrise
© ©Werner Krueper Fotografie

Eine Studie der Universität zu Köln ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Corona-Krise die Probleme in der Pflege noch weiter verschärft hat. Das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft stellte die These auf, dass sich Pflegeeinrichtungen in Deutschland schon vor der Pandemie in "einem besonderen Belastungszustand, wenn nicht gar einem Notstand" befanden. Die Frage der Studie war, ob durch Corona Zusatzbelastungen auf die Einrichtungen zugekommen sind und wie diese Belastungen organisatorisch bewältigt werden. 

Zu den größten Belastungen der Pflegekräfte zählt demnach die Sorge vor Covid-19-Infektionen der Pflegebedürftigen, aber auch der Mitarbeiter.  Auch die Isolation von infizierten Pflegebedürften wird bei mehr als der Hälfte der Befragten als starke bis sehr starke Belastung angesehen.

Damit einhergehend sehen die Befragten auch die Beschaffung und den Verbrauch von Ausrüstung zum Infektionsschutz und die Einhaltung der Hygienevorschriften als große Herausforderung. Die Ausrüstung reiche immer nur für ein paar Tage und die Preise würden explodieren, so eine Rückmeldung. Studienleiter Prof. Dr. Holfger Pfaff hebt in einer Meldung der Universität hervor, dass das Problem zentral und kreativ, aber nicht systematisch gelöst werde. Für Leitungskräfte kommt die Unsicherheit, welche Maßnahmen im Fall einer Coronainfektion getroffen werden müssen, etwa ob in solchen Fällen eine Schließung der Einrichtung drohe, noch hinzu.

Mehr als 50 Prozent der Befragten sehen auch die Einhaltung des Kontaktverbots für Angehörige als große Herausforderung. Kontaktverbot und Isolation führten vor allem bei Demenzerkrankten zu Einsamkeit, Unsicherheit und Angst. "Ein großes Problem ist die Wahrung des Abstandes zu Patienten, besonders bei an Demenz Erkrankten oder bei Patienten, die sich in einer Verschlechterung des Allgemeinzustamdes oder gar im Sterbeprozess befinden. Wir können sie nicht mehr in Arm nehmen wie vorher", so eine Rückmeldung. 

Auch Dienstbesprechungen könnten nur noch eingeschränkt stattfinden, oftmals sind sie auf Telefongespräche reduziert. Der Informationsaustausch sei dadurch eingeschränkt, die Arbeitsabläufe würden komplizierter. Es gebe auch eine Gratifikationskrise. So gaben die Befragten an, statt einer kurzfristig wahrgenommen Anerkennung in Form von Applaus, eine langfristig wirkende leistungsgerechte Vergütung zu wünschen. Der soziale Zusammenhalt werde als Schlüsselfaktor für die Krisenbewältigung gesehen. Der Zusammenhalt sei eine der stärksten Ressourcen zur Bewältigung der Pandemie. In Anbetracht knapper finanzieller und personeller Ressourcen gewinnen gegenseitiges Miteinander, Unterstützung und Vertrauen an Bedeutung.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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