Roland-Berger-Krankenhausstudie 2020

Covid-19: Vielen Kliniken droht Defizit

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Covid-19: Vielen Kliniken droht Defizit
Roland Berger Krankenhausstudie 2020 © Roland Berger Krankenhausstudie 2020

Mehr als jedes zweite Krankenhaus (57 Prozent) rechnet 2020 mit einem Defizit. Hauptgrund ist die rückläufige Auslastung während der Pandemie-Hochphase im März und April, so das Ergebnis der "Krankenhausstudie 2020" von Roland Berger. Für die Untersuchung wurden Klinikmanager der 600 größten Krankenhäuser in Deutschland befragt. Besonders pessimistisch fällt die Prognose von großen Kliniken mit mehr als 1.000 Betten aus. 72 Prozent erwarten, dass sie 2020 rote Zahlen schreiben werden. In diesen Krankenhäusern ist der Umfrage zufolge nicht nur die Auslastung am stärksten zurückgegangen, sondern sie erholen sich auch langsamer als kleinere Häuser. 

Die Freihaltepauschale in Höhe von 560 Euro pro Bett konnte der Befragung zufolge die Mittel die Ausfälle nicht kompensieren. 75 Prozent der Kliniken geben an, dass diese Hilfen die durch Covid-19 entstandenen Erlösausfälle nicht auffangen können. Die Mehrzahl der befragten Krankenhausmanager rechnet damit, dass sich die Patientenzahlen frühestens nach sieben Monaten wieder erholen werden. 

Den größten Hebel zur Ergebnisverbesserung sehen die meisten Kliniken nach wie vor in der Steigerung stationärer Erlöse (86 Prozent), der Reduktion von medizinischem Sachbedarf (63 Prozent) und der Personalkosten (49 Prozent). Immer mehr Kliniken sehen zudem Erlöse aus dem ambulanten Bereich als immer wichtiger an (42 Prozent). 

Das Geschäftsjahr 2019 verlief der Umfrage zufolge noch vergleichsweise gut. Fast jedes zweite Krankenhaus (48 Prozent) konnte vergangenes Jahr mit einem Gewinn abschießen. 20 Prozent erreichten ein ausgeglichenes Ergebnis, 32 Prozent vermeldeten Verluste. Kliniken, die Mitglied eines Verbundes sind, konnten dabei deutlich besser abschneiden: 76 Prozent erreichten mindestens eine schwarze Null. Bei den eigenständigen Kliniken verzeichneten 38 Prozent ein Defizit. Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft schrieben überdurchschnittlich oft rote Zahlen. 41 Prozent meldeten Verluste – deutlich mehr als bei den Privaten (11 Prozent) und Freigemeinnützigen (17 Prozent).

Die komplette Studie kann auf der Website von Roland Berger heruntergeladen werden.

Autor

 Florian Albert

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