Intensivversorgung

#divigate: "Ein Schlag ins Gesicht"

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#divigate: "Ein Schlag ins Gesicht"
© Mühlenkreiskliniken/Kai Senf

Gestern hatte eine Expertengruppe schwere Vorwürfe gegen die Krankenhäuser erhoben. Nun stehen die Autoren selbst in der Kritik. Verbände, Politiker und Wissenschaftler werfen ihnen methodische Fehler und falsche Schlussfolgerungen vor.

Das Bundesgesundheitsministerium erklärte gegenüber der Zeitung "Welt", dass keine Anhaltspunkte auf eine nachträgliche Manipulation der Zahl der ITS-Betten hindeute. Die Thesen Schrappes seien "zum großen Teil nicht durch Fakten unterlegt". Auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnete in der Zeitung die Vorwürfe von Studien-Mitautor Matthias Schrappe als "absolut abwegig, zynisch und nicht zutreffend".

Der Grünen-Gesundheitspolitiker und Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen schrieb auf Twitter: "Ein Schlag ins Gesicht nicht nur für medizinisches Personal, sondern auch für wissenschaftliche Standards." Von einem "DIVI-Skandal" könne keine Rede sein, die Studie spiele den Falschen in die Hände. So hätten die Studienautoren Zahlen des DIVI falsch interpretiert, auch sei ein Vergleich von Intensivbetten aufgrund fehlender Definitionen nur schwer möglich.

Seine Fraktionskollegin Kordula Schulz-Asche erklärte, man teile den Vorwurf der Datenmanipulation nicht. Allerdings weise das Papier auf etliche Probleme hin, die es zu erörtern gilt."  Es sei nicht ausreihend, dass man erst am Ende der Pandemie genauere Daten zum Alter der Intensivstationen behandelten Menschen bekomme.

VKD-Präsident Josef Düllings schloss sich der gestrigen Stellungnahme von DKG, Marburger Bund und DIVI an. "Es ist tatsächlich eine Ad-hoc-Stellungnahme oder genauer ein unpräziser Schuss aus der Hüfte, der leider die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegefachkräfte auf den Intensivstationen in den deutschen Krankenhäusern diskreditiert. Es ist eher peinlich als nützlich, was hier abgeliefert wurde."

Autor

 Florian Albert

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