Corona-Update

Unikliniken fordern Freihaltepauschalen, BMG bereitet Pflege-Impfpflicht vor

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Unikliniken fordern Freihaltepauschalen, BMG bereitet Pflege-Impfpflicht vor
Das Anlegen der ECMO erfordert sehr viel Personal und äußerste Konzentration © Mühlenkreiskliniken/Kai Senf

+++ DIVI für allgemeine Impfpflicht +++

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) spricht für eine Impfpflicht aller Bürger über 18 Jahren aus. Sie sei alternativlos, um die Pandemie auch langfristig hinter sich zu lassen. "Wir hatten eine höhere Impfbereitschaft in der Bevölkerung erhofft und erwartet", so DIVI-Präsident Marx. Eine Impfpflicht für selektive Berufsgruppen sei allein weder ausreichend noch moralisch zu rechtfertigen. Jedoch würde eine Impfpflicht die vierte Welle nicht mehr entscheidend beeinflussen, vielmehr brauche es "jetzt und sofort bundeseinheitliche Kontaktbeschränkungen und Hygienekonzepte, um spürbare Effekte in den nächsten drei bis vier Wochen zu sehen", fordert Marx. Mit der Impfpflicht könnten jedoch weitere Ausbruchswellen wirksam verhindert werden. [Quelle: DIVI]

 

+++ Unikliniken fordern Einführung der Freihaltepauschalen +++

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands fordert die Landesregierungen auf, alle an der Notfallversorgung beteiligten Krankenhäuser anzuweisen, planbare Eingriffe einzuschränken. Die Aktivierung des Kleeblatt-Mechanismus sei der finale Weckruf, dass die Unikliniken an ihre Belastungsgrenzen kommen. Die Beteiligung der nicht-universitären Krankenhäuser an der Versorgung der Covid-Patienten sei in einigen Regionen nicht ausreichend gegeben. Damit auch diese Häuser sich an der Versorgung beteiligen können, sollten wieder Freihaltepauschalen eingeführt werden. Bestimmte Behandlungen, in denen die Unikliniken in manchen Versorgungsbereichen die einzigen Leistungserbringer sind, sollen als Teil der Daseinsvorsorge weiterhin möglich sein. [Quelle: Uniklinika]


+++ Brandenburg reaktiviert Regelung von Freihaltekapazitäten in Kliniken +++

In den Brandenburger Krankenhäusern müssen wieder mehr Betten für Covid-Patienten freigehalten werden. Demnach müssen die Kliniken mindestens zehn Prozent der betreibbaren Betten auf Normalstationen und mindestens 15 Prozent der intensivmedizinischen Betten mit Beatmungsmöglichkeit freihalten. Zuletzt trat diese Regelung am 29. März dieses Jahres in Kraft und war seit dem 1. Juni ausgesetzt. Alle Plankrankenhäuser im Land seien zur Aufnahme von Covid-Patienten verpflichtet, teilt das Gesundheitsministerium mit. Planbare Aufnahmen, Operationen und Eingriffe dürften nur unter der Voraussetzung durchgeführt werden, dass die festgelegten Freihaltekapazitäten eingehalten werden. [Quelle: Gesundheitsministerium Brandenburg]
 

+++ Besuchsstopp im Südwesten +++

Immer mehr Krankenhäuser in Baden-Württemberg verhängen einen Besuchsstopp, unter anderem in Mannheim, Ludwigsburg und Kreis Reutlingen. Auch das Freiburger Universitätsklinikum kündigte für die Standorte Freiburg und Bad Krozingen Besuchsstopps an. Ausnahmen gelten bei Geburten, Kindern und Patienten auf der Intensivstation oder Patienten, die im Sterben liegen. [Quelle: dpa]

 

+++ Gesundheitsministerium bereitet Pflege-Impfpflicht vor +++

Das Gesundheitsministerium hat konkrete Vorschläge für eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Pflegesektor gemacht. Die Formulierung soll als Vorlage für die zukünftige Regierung dienen. Um den Entwurf umzusetzen, der auch eine dreimonatige Übergangspflicht einschließt, soll das Infektionsschutzgesetz geändert werden. Ziel sei, vor allem ältere und vorerkrankte Menschen vor einer Covid-Infektion zu schützen. Die neue Regelung könnte bereits am 1. Januar 2022 in Kraft treten. Sie sieht vor, dass Menschen, die in Kliniken, Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten arbeiten, einen 2G-Nachweis vorlegen müssen, also geimpft oder genesen sein müssen. Entsprechend der dreimonatigen Übergangspflicht haben Mitarbeitende die Gelegenheit, den Impf- und Genesenenstatus bis zum 31. März nachzureichen. Der Entwurf des Gesundheitsministeriums ähnelt den Vorgaben zur Masern-Impfpflicht, die ebenfalls im Infektionsschutzgesetz hinterlegt sind. Danach handele es sich um eine Nachweispflicht und keinen Impfzwang. Eine Missachtung wird als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld geahndet. [Quelle: Spiegel]

 

+++ Rottal-Inn Kliniken: Kurz vor dem Kollaps +++

Die Corona-Intensivstationen der Rottal-Inn Kliniken im niederbayrischen Eggenfelden stehen kurz vor einem Kollaps. Einen dramatischen Appell richtet das Krankenhaus an die Öffentlichkeit und kritisiert darin die Corona-Politik scharf. Bernd Hirtreiter, Vorsitzender der Kliniken, erwarte in den nächsten zwei bis vier Wochen eine Verdopplung der Corona-Patienten. Eine Triage sei zwar noch kein Thema, sie zeichne sich aber ab. Denn die zehn Intensivbetten des Krankenhauses seien aktuell voll belegt. „Wir haben keine Kapazitäten mehr“, sagt Hirtreiter. In anderen Kliniken sehe die Situation nicht anders aus. Vor knapp zwei Wochen seien in einer großen Verlegaktion bereits viele Patienten in andere Häuser gebracht worden. „Das hat uns sehr geholfen. Sonst wären wir jetzt schon abgesoffen“, so Hirtreiter. Käme es tatsächlich zu einer doppelten Zahl an Corona-Patienten, wäre eine Verlegung nicht mehr möglich, erklärt der Ärztliche Direktor der Kliniken, Klaus Kienle. Laut Hirtreiter hätte das „Durchboostern“ der Geimpften bereits im Sommer eingeleitet werden müssen. „Das ist ein kollektives Versagen der Politik“, so der Vorsitzende. [Quelle: Zeit Online]

 

+++ Kleeblatt Süd: Bayern bereitet Verlegen von Corona-Patienten vor +++

Nach der Aktivierung des Kleeblatt-Konzepts bereitet der Freistaat Bayern den Transport einer großen Zahl an Intensivpatienten in andere Bundesländer vor. Auch wenn das LMU Klinikum nach eigener Aussage die meisten Covid-19-Patienten in München behandelt, plane es nicht, Patienten zu verlegen. Stattdessen erweitere das Haus aktuell seine Intensivkapazitäten, erklärt der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende Markus Lerch. Der Pandemie-Beauftragte des Klinikums rechts der Isar der TU München, Christoph Spinner, berichtet von einer angespannten Situation: "Durch Verschiebung planbarer Operationen und Eingriffe kann die Akutversorgung von Covid-19 und Nicht-Covid-19 Patienten und Patientinnen derzeit jedoch weiter gewährleistet werden.“ Derzeit prüfe das Krankenhaus, welche Patienten von den Intensivstationen verlegbar sind. Um die intensivmedizinische Versorgung von Corona-Patienten zu gewährleisten und regionale Engpässe auszuschließen, hatte das strategische Steuerungsgremium von Bund und Ländern die „Kleeblatt-Konferenz“ aktiviert. Diese tauscht sich regelmäßig aus und organisiert bundesweite Verlegungen von Intensivpatienten. Auch die Länder Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg haben das Kleeblatt-Konzept Ost aktiviert. [Quelle: Süddeutsche Zeitung

Autoren

 Luisa-Maria Hollmig
 Anika Pfeiffer

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