Corona-Update vom 3.12.21

Tumor-OPs verschoben, Anzeige nach Fake-Sprachnachricht, Hilferuf aus Sachsen

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Tumor-OPs verschoben, Anzeige nach Fake-Sprachnachricht, Hilferuf aus Sachsen
© GettyImages.com/Taechit Taechamanodom

+++ CTK stellt Strafanzeige wegen Fake-Sprachnachricht +++

In einer Sprachnachricht, die über WhatsApp verbreitet wird, wird behauptet, die Intensivstation des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus sei fast leer. Das Klinikum weist diese Meldung entschieden zurück und erstattet Strafanzeige gegen Unbekannt. In der Nachricht werde unter anderem behauptet, dass auf der Intensivstation lediglich zwei Patienten liegen würden, die beide kein Corona hätten. Zudem hätten angeblich 15 Mitarbeitende gekündigt. CTK-Geschäftsführer Dr. Götz Brodermann ist entsetzt über diese Nachrichten. "Wir erleben am CTK gerade eine solch dramatische Entwicklung wie noch nie in dieser Pandemie. Die Zahlen von Infizierten und auch schwer erkrankten Corona-Patienten, die wir übrigens täglich über die Stadt Cottbus veröffentlichen, steigen sprunghaft an", so Brodermann. Im Pandemiehaus werden nach Angaben des CTK derzeit 41 Covid-Patienten behandelt. Auf der Intensivstation sind es 15, von denen acht invasiv beatmet werden. Allein im November wurden insgesamt 182 Patienten behandelt, zehn seien gestorben. [Quelle: CTK]

+++ Brandenburgs Intensivbetten füllen sich +++

Die Intensivbetten in Brandenburger Krankenhäusern sind wieder stärker mit Covid-Patienten belegt. Am Donnerstag stieg der Anteil auf 23,1 Prozent. Damit ist der Warnwert der Warnampel von 20 Prozent seit Dienstag überschritten, eine Entspannung in den betroffenen Kliniken sei vorerst nicht in Sicht. Ab Samstag gilt im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann ein Besuchsverbot, Ausnahmen gebe es für Patienten mit lebensbedrohlicher Erkrankung, Kinder und Jugendliche sowie Partner rund um die Entbindung. Andere Krankenhäuser haben ebenfalls ein Besuchsverbot verhängt. [Quelle: Süddeutsche]

+++ Chemnitz verschiebt Tumor-OPs +++

Das Chemnitzer Klinikum verschiebt planbare Behandlungen und Operationen. Wie der Ärztliche Direktor Ralf Steinmeier gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte, seien darunter auch problematische Fälle. "Hier denke ich insbesondere an Tumor-Patienten, die eigentlich zeitnah operiert werden müssten, denen es aber noch so gut geht, dass sie aktuell keinen Notfall darstellen", so Steinmeier. Niemand wolle das, aber momentan gebe es keine freien Kapazitäten. Die Verschiebung könne zu einer Verschlechterung des Zustands und der weiteren Prognose führen. Reisefähigen Patienten werde deshalb eine Behandlung in weniger von Corona betroffenen Regionen empfohlen. In solchen Kliniken versuche das Klinikum auch, die Patienten in andere Regionen zu vermitteln. Notfälle werden weiterhin vor Ort behandelt. [Quelle: Stern]

+++ Altmark-Klinikum verschiebt OPs, Zutritt nur mit 3G +++

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage verschiebt das Altmark-Klinikum mit den Standorten in Gardelegen und Salzwedel bis in den Januar hinein planbare Eingriffe, wie der Focus berichtet. Notfälle oder akute Eingriffe sollen weiterhin behandelt werden, erklärte Michael Schoof, Medizinischer Geschäftsführer des Altmark-Klinikums. Zudem ist das Betreten der beiden Klinik-Standorte nur unter der 3G-Regel möglich, Notfallpatienten sind davon befreit. [Quelle: Focus]

+++ Ärzte sind in großer Sorge über Notfälle +++

Die Ärzte der Regionalen Kliniken Holding (RKH) sind besorgt wegen der aktuellen Corona-Situation. Die Patientenversorgung sei in dem Verbund im Kreis Ludwigsburg und im Enzkreis zwar noch gesichert, doch befände sich nicht auf dem gewohnten Standard. Dazu berichten die Stuttgarter Nachrichten. Eine „beginnende Versorgungskrise im Nicht-Covid-Bereich“ bahne sich an. Zu den bereits verschobenen Operationen kämen die jährlichen Wintereinbruchs-Unfälle hinzu. Personaluntergrenzen machten die Situation nicht einfacher. Mitarbeiter werden hier in für sie fremden Tätigkeiten geschult, um den Mangel einigermaßen zu händeln. Hinzu käme, dass das Aussetzen von verschiebbaren OPs massive Einbußen bei den Erlösen mit sich bringe. Trotz schärferer Corona-Maßnahmen erwarten die Ärzte der RKH-Kliniken keine Entspannung vor Weihnachten. Weiterhin müssten planbare Operationen hinausgezögert und Abstriche an den Versorgungsstandards gemacht werden. Vor einer Triage stehe man im Klinikverbund jedoch nicht. [Quelle: Stuttgarter Nachrichten]

+++ Intensivbetten im Städtischen Klinikum Solingen nahezu voll belegt +++

Das Städtische Klinikum befindet sich im Krisenmodus, wie die Rheinische Post berichtet. Erneut gebe es in dem Krankenhaus einen Krisenstab, der auf die Gesamtbelegung, die Auslastung der Intensivkapazitäten und das Personal achte. Die Zahl der Corona-Patienten sei nach wie vor überschaubar. Zwei Intensivbetten pro Woche seien mit Corona-Fällen belegt. Dennoch habe das Krankenhaus das OP-Programm für geplante Eingriffe zurückgefahren, weil die vorhandenen 34 Intensivbetten nach Angaben der Klinikum-Leitung mittlerweile nahezu vollständig belegt seien. Die Auslastung der Intensivstationen nehme durch andere Erkrankungen stetig zu, schildert der Vorsitzende der Geschäftsführung, der Kaufmännische Direktor Dr. Martin Eversmeyer. Binnen kurzer Zeit könnten die Betten zwar um elf aufgestockt werden, doch das helfe nur bedingt, weil qualifiziertes Fachpersonal fehle, so Eversmeyer weiter. Der Kaufmännische Direktor und der Medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Standl begrüßten daher die Überlegungen einer Impfpflicht. Im Klinikum selbst liegt die Impfquote der Mitarbeiter bei rund 90 Prozent. [Quelle: Rheinische Post]

+++ Sachsen sucht freiwillige Helfer für Kliniken +++ 

Weil sich die Corona-Lage in den sächsischen Krankenhäusern weiter zuspitzt, sucht das Land nun freiwillige Helfer, wie die Dresdner Neuste Nachrichten berichtet. „Das Personal arbeite schon lange an der Grenze der Erschöpfung“, sagt Ministerpräsident Michael Kretschmer am Donnerstag und appelliert an die Bevölkerung, die Krankenhäuser zu unterstützen. Aktuell sind nahezu alle 78 sächsischen Kliniken dringend auf personelle Hilfe angewiesen. Gesucht werden Pfleger:innen, Helfer:innen und Ärzt:innen – auch im Ruhestand. Auch Medizinstudierende sowie helfende Hände für Serviceleistungen wie Mahlzeiten reichen oder Transporte können sich melden. Auf einem Online-Portal unter dem Stichwort „Ärzte- und Pflegepool Sachsen“ hat das Land ein entsprechendes Formular freigeschaltet. [Quelle: DNN]

Autoren

 Luisa-Maria Hollmig
 Anika Pfeiffer

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