Krankenhauslandschaft

Strukturwandel in Baden-Württemberg weit fortgeschritten

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Strukturwandel in Baden-Württemberg weit fortgeschritten
Die interaktive Karte zeigt die verschiedenen Facetten des Krankenhausstrukturwandels. © Screenshot/www.krankenhausstrukturwandel-bw.de

Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) hat eine interaktive Webseite zum Krankenhausstrukturwandel im Land vorgestellt.  Die Kartendarstellung auf der Seite zeigt die unterschiedlichen Facetten des Strukturwandels der Krankenhäuser in Baden-Württemberg: Standortreduzierungen, Schließung/Verlagerung Geburtshilfe, Medizinische Leistungsabstimmung, Modernisierung der Krankenhäuser sowie Veränderungen in der psychiatrischen Versorgung. 

Mit 500 Betten je 100.000 Einwohner hatte das Bundesland im Jahr 2019 die niedrigste Bettendichte im Bundesgebiet. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 595 Betten je 100.000 Einwohnern, also 20 Prozent über dem Wert von Baden-Württemberg. "In Baden-Württemberg ist der Krankenhausstrukturwandel viel weiter fortgeschritten als in vielen anderen Bundesländern", sagt der BWKG-Vorstandsvorsitzender Heiner Scheffold. Die interaktive Karte auf der Seite verdeutlicht das. Manche Regionen hätten ihren Strukturwandel bereits abgeschlossen, andere seien mitten in der Umsetzung, wieder andere hätten wegweisende Grundsatzbeschlüsse gefasst und Diskussionen würden praktisch flächendeckend stattfinden. „Aktuell ist die Balance zwischen flächendeckender Versorgung und Wirtschaftlichkeit in Gefahr. Das Ziel der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung droht so in den Hintergrund zu geraten“, so Scheffold. Ursache für die Sorge sei die Erkenntnis, dass bislang ausschließlich die Krankenkassen von der effizienten Krankenhausstruktur in Baden-Württemberg profitieren. Für die Krankenhäuser wurde dagegen mit 46 Prozent im Jahr 2019 die höchste Defizitquote in ganz Deutschland ausgewiesen (bundesweit 33 Prozent). „Der wirtschaftliche Druck ist trotz Strukturwandel weiter gestiegen“, so Scheffold.

Im Hinblick auf die aktuelle Situation formuliert Scheffolg drei Forderungen an die Politik. „Erstens müssen durch eine Gesetzesänderung auf Bundesebene die überdurchschnittlichen Kosten der Krankenhäuser im Land endlich finanziert werden", so Scheffold. Baden-Württemberg hätte ein höheres Lohn- und Preisniveau als andere Länder. Es könne nicht sein, dass die baden-württembergischen Versicherten in der gesetzlichen Krankenkasse aus den überdurchschnittlichen Löhnen überdurchschnittliche Beiträge zahlen, davon aber nichts ins Land zurückfließe. Die zweite Forderung ist, dass die Investitionskosten durch das Land voll finanziert werden. Um den laufenden Investitionsbedarf zu decken, müsse die Summe der Investitionsmittel dauerhaft auf insgesamt 750 Millionen Euro pro Jahr erhöht werden. Dies beziehe sich auf die Einzelförderung, mit der etwa große Baumaßnahmen finanziert werden, sowie die Pauschalförderung für kleinere Baumaßnahmen oder neue medizinische Geräte. Drittens müsse sich das Land stärker für die Krankenhausplanung engagieren. "Über die Weiterentwicklung der Krankenhausstruktur müsse im Rahmen von regionalen Strukturgesprächen diskutiert werden", sagt Scheffold. In den Strukturgesprächen sollten die Beteiligten unter Federführung des Sozialministeriums Leistungsspektren abstimmen und Schwerpunkte bilden. Dabei müsse immer zwischen einer stärkeren Zentralisierung und Spezialisierung einerseits und der Aufrechterhaltung der flächendeckenden Versorgung andererseits abgewogen werden. 

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