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Abrechnungsbetrug verursacht Millionenschaden

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Abrechnungsbetrug verursacht Millionenschaden
© GettyImages/lappes

Betrugsdelikte verursachten bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse einen Schaden in Höhe von 4,7 Millionen Euro. Den Großteil der Schadenssumme würden ambulante Pflegedienste mit 3,4 Millionen Euro ausmachen, mit reichlich Abstand gefolgt von Ärztlicher Leistung (375.000 Euro) und Fahrtkosten (309.000 Euro), so die Kasse. Betrug finde aber auch in anderen Bereichen des Gesundheitswesens statt, etwa in Apotheken, Krankenhäusern, Sanitätshäusern oder Zahnarztpraxen. "Hinter jedem Fall von Abrechnungsbetrug steht der Versuch, den eigenen Gewinn illegal zu maximieren - und zwar immer auf Kosten der Versicherten", sagt Dina Michels, Chefermittlerin bei der KKH. So werden Höchstsätze für unqualifziertes Personal abkassiert, Berufsurkunden und Rezepte gefälscht oder frei erfundene Krankenfahrten abgerechnet. In der Physiotherapie wurden beispielsweise Zertifikatsleistungen abgerechnet, ohne dass die nötige Qualifikation vorhanden ist. Häufige werde dann eine laufende Ausbildung als Ausrede genutzt. Dass das nicht reicht, skizziert Michels am Beispiel des Führerscheins. Ist dieser nicht vorhanden, weil man aktuell noch in der Fahrschule ist, darf man auch nicht alleine fahren. "So ist das hier auch was Qualifikationen angeht", sagt Michels. 

Warum gerade die Pflege derartige Schadenssummen verursacht, könnte nach ihrer Ansicht an den vielen kleinteiligen Leistungen in dem Bereich liegen. Es sei nicht nachprüfbar ob diese wirklich durchgeführt wurden oder nicht. Hinzu komme, dass Pflegebedürftige häufig nicht in der Lage seien, die Formulare, die unterschrieben werden müssen, genauer zu prüfen. Auch Angehörige sind oftmals nicht vor Ort und wissen im Detail dann nicht, was wirklich erbracht wurde. "Die Kassen können das dann gar nicht sehen, die müssen davon ausgehen, dass es erbracht wurde, wenn die Unterschrift vorhanden sind", beschreibt Michels, "bei vielen Leistungen gilt: Kleinvieh macht auch Mist, da können stattliche Summen herauskommen."

Um den Betrügern auf die Schliche zu kommen, sind die Kassen auf Hilfe von außen angewiesen. So liefere der Medizinische Dienst (MD) im Rahmen seiner Abrechnungsprüfungen regelmäßig Hinweise. Aber auch Hinweise anderer Kassen, Medien oder der Polizei helfen den Ermittlern. Mit dem Hinweis beginnt die Arbeit um Dina Michels und ihr zehnköpfiges Team, in dem unter anderen zwei Juristen sitzen. "Wir bearbeiten alles vom ersten Hinweis bis zum Gerichtsverfahren", sagt Michels bei einer Pressekonferenz. Bei Bedarf gibt es auch Unterstützung aus dem Bereich Compliance. Zudem gibt es auch in einigen Bundesländern Schwerpunktstaatsanwaltenschaften. Flächendeckend ist das aber noch nicht der Fall, "das wünschen wir uns für alle Länder". Auch bei der Kriminalpolizei seien entsprechende Fachkommisariate wichtig. "Gerade in dem Fall ist es wichtig, dass man den Background hat und die aktuelle Rechtssprechung kennt". 

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