Kontraste-Bericht

ARD-Recherche: VKD weist Verdacht gegenüber Krankenhäusern zurück

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ARD-Recherche: VKD weist Verdacht gegenüber Krankenhäusern zurück
© Regina Sablotny

Die ARD rede einen Skandal herbei, den es nicht gibt - mit diesen deutlichen Worten reagiert Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), auf die Recherchen des Magazins "Kontraste" zur Beschaffung der Intensivbetten im Zuge der Corona-Krise. “Es ist schon verwunderlich, wenn dieses Thema mit diesem Unterton mitten im Sommerloch platziert wird”, so Düllings.

Die Krankenhäuser hätten nach Aufforderung der Politik im März, die Kapazitäten zu verdoppeln, sofort reagiert und entsprechende Beschaffungsaufträge vergeben, heißt es weiter. Dabei seien sie in Vorleistung gegangen, während zu dem Zeitpunkt noch unklar war, wie die Finanzierung aussehen würde. In vielen Bundesländern sei sie nach wie vor nicht verlässlich geregelt. 

“Fast alle Krankenhäuser haben mit erheblichen Lieferengpässen und verlängerten Lieferfristen zu kämpfen, in vielen Fällen bis Jahresende”, so Dr. Düllings. “Bezahlt werden aber nur die bis zum 30. September in Betrieb genommenen Kapazitäten. Abgerechnet wird also zum Schluss. Im Übrigen sind die aufgerüsteten Kapazitäten gegenüber den Ländern nachzuweisen. Von fehlender Kontrolle kann also keine Rede sein. Wir erleben das vor Ort eher so, dass doppelt und dreifach kontrolliert wird. Bürokratismus vom Feinsten.”

Auch die Kritik an der Freihaltepauschale, die ebenfalls mit Unterstellungen gegenüber den Krankenhäusern adressiert wird, weist der VKD zurück. “Eine solche Berichterstattung ist absolut unseriös”, so Dr. Düllings. “Die Freihaltepauschale war ausdrücklich vom Gesetzgeber gewollt. Zudem hat die Krise gezeigt, dass nur durch Freihalten von Betten und Verschiebung von planbaren Behandlungen das nötige Personal für die erwartete hohe Zahl von Corona-Patienten, vor allem auch solchen mit schwersten Krankheitsverläufen, zur Verfügung stehen würde. Insofern haben die Krankenhäuser mit ihren Ärzte- und Pflege-Teams vor Ort einen exzellenten Job gemacht. Ohne Freihaltepauschale wäre das so nicht möglich gewesen."

Dass die Freihaltepauschale nach derzeitiger Rechtslage Ende September auslaufen soll, ist aus Sicht des VKD ein Fehler. Wenn die Grippesaison ab Herbst mit erhöhtem Risiko zur Übertragung von Viren wieder in den Vordergrund tritt, sei schon jetzt eine schwierige Problemlage zu erwarten.

Autor

 Christina Schröder

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