Corona

Aus für die Impfpflicht ein "Scheitern mit Ansage"

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Aus für die Impfpflicht ein "Scheitern mit Ansage"
Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG © Georg Lopata/DKG

Die gescheiterte Corona-Impfpflicht ist aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ein bitteres Signal für Pflegekräfte und Ärzte in den Krankenhäusern. "Das Scheitern der allgemeinen Impfpflicht ist ein Scheitern der Bundesregierung, aber auch aller Parteien, die ein Interesse daran haben, Deutschland aus der Pandemie zu führen", sagt der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß. Es sei ein "Scheitern mit Ansage". Die Bundesregierung habe versäumt, mit einem eigenen Antrag der Debatte eine klare Richtung vorzugeben und sie zu beschleunigen. 

"Letzlich lautet die Botschaft: Jeder soll für sich persönlich entscheiden, was für ihn in dieser Pandemie richtig und gut ist. Als Auspitzer haben wir ja die Krankenhäuser, wenn dieses Prinzip der Eigenverantwortung zur Verhinderung weiterer Wellen nicht ausreicht", kritisiert Gaß. Die Impflücke werde sich bis zum Herbst nicht schließen lassen. Allein in der Altersgruppe über 60 gibt es fast drei Millionen Ungeimpfte. Deutschlandweit würden zur Zeit weniger als 5.000 Menschen pro Tag eine Erstimpfung erhalten. Aus Sicht der DKG sei unklar, wie eine Impfkampagne aussehen soll, die über den Sommer eine entscheidende Trendwende schafft. "Somit laufen wir Gefahr, dass wir im Herbst vor der gleichen Situation stehen wie vor einem Jahr: neuer Lockdown, Gefahr der Überlastung von Kliniken, Patientinnen und Patienten werden sich erneut auf Wartelisten wiederfinden", so die Prognose. Das Szenario, das im dritten Winter der Pandemie tatsächlich wieder eintreten könnte, sei ein Armutszeugnis der politischen Entscheider.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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