Reha

Bürokratie blockiert Therapieverbesserung

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Bürokratie blockiert Therapieverbesserung
Shot of a young man visiting his physiotherapist for a rehabilitation session © Gettyimages/Cecilie_Arcus

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vereinfachte in Teilen die Regeln für die Reha-Verfahren nach Krankenhausaufenthalten. Für den Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) reicht das jedoch nicht aus. Rund eine Million Patienten treten pro Jahr nach einer Krankenhausbehandlung eine medizinische Reha-Maßnahme an. In mehr als der Hälfte der Fälle übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, allerdings erst nach einem aufwändigem Antrags- und Genehmigungsverfahren. 

Der GBA sollte prüfen und entscheiden, in welchen Fällen der häufig kritisierte Genehmigungsvorbehalt der Kassen für die sogenannte Anschlussrehabilitation abgeschafft werden kann. Im Rahmen des Gesetzes zur Stärkung von intensivpflegerischer Versorgung und medizinischer Rehabilitation in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-IPReG), wurde bereits geregelt, dass die geriatrische Reha nach vertragsärztlicher Verordnung ohne Überprüfung der medizinischen Erforderlichkeit durch die Krankenkassen durchgeführt werden könne. Nun wurde geprüft, ob die Anschlussreha nach dem Krankenhausaufenthalt direkt eingeleitet werden kann, oder ob weiterhin in den meisten Fällen eine Überprüfung der medizinischen Erforderlichkeit notwendig ist. Patientenvertreter, Kliniken und Ärzte würden für eine analoge Anwendung des in der Rentenversicherung seit Jahren etabliertem Direkteinleitungsverfahren plädieren, die Kassen würden eine Direkteinweisung nur bei einzelnen Krankheitsgruppen zulassen wollen, vor allem solche, in denen für die Kassen relativ wenig Fälle anfallen, so der BDPK.

Wie der G-BA mitteilt, entfällt bei der sogenannten Anschlussrehabilitation nach einem Krankenhausaufenthalt bei bestimmten Krankheitsbildern eine Vorab-Überprüfung der medizinischen Erforderlichkeit durch die gesetzlichen Krankenkassen. Zu den dafür in Frage kommenden Fallkonstellationen gehören zum Beispiel Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufsystems, Krebserkrankungen sowie die Behandlungen des Bewegungsapparats, der Atmungsorgane und neurologische Erkrankungen. 

Die Ablehnung eines umfassenden vereinfachten Zugangs zur Anschlussreha schadet aus Sicht des Verbands vor allem den Patienten. „Leider bleibt es jetzt vorerst dabei, dass bei vielen Patienten der Reha-Erfolg dadurch gemindert wird, dass die notwendige Anschlussrehabilitation nicht rechtzeitig eingeleitet werden kann", heißt es in einer Mitteilung. Man wolle sich weiter dafür einsetzen, den Genehmigungsvorbehalt abzuschaffen. Grund dafür sei neben den medizinischen Folgen für die Patienten auch, dass die Krankenkassen die gegenwärtige Regelung zu Abrechnungskürzungen bei den Krankenhäusern nutzen würden. Wenn eine zeitnahe Entlassung von Patienten in die Reha nicht möglich sei, würden sie die Krankenhausvergütung wegen nicht medizinisch notwendiger stationärer Behandlungstage kürzen. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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