Orientierungswert von Professor Boris Augurzky

Das Virus weiß noch nicht Bescheid

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Das Virus weiß noch nicht Bescheid
Boris Augurzky

Am 23. März 2020 wurde der „Rettungsschirm Corona“ für Krankenhäuser aufgespannt. Er gilt bis zum 30. September 2020 und sieht unter anderem die Finanzierung von freizuhaltenden Kapazitäten vor. Regelungen für die Zeit danach sind nötig. Denn sicher ist, dass das SARS-CoV-2-Virus noch nicht mitbekommen hat, dass der Rettungsschirm am 30. September endet. Tatsächlich steigt die Zahl der Infizierten sogar wieder an, und es ist von einem größeren Infektionsgeschehen im Herbst und Winter auszugehen. Sicher ist auch, dass die Pandemie uns noch solange begleiten wird, bis ein wirksamer Impfstoff für einen Großteil der Bevölkerung zur Verfügung steht. Selbst im optimistischen Fall ist davon auszugehen, dass dies kaum vor Frühjahr 2021 geschieht. Wir brauchen also Regeln, wie Krankenhäuser ab dem 1. Oktober 2020 und mindestens bis 31. März 2021 finanziert werden sollen.

Da ein erneuter nationaler Lockdown der deutschen Wirtschaft den Garaus machen würde, ist er keine Option, zumal auch danach das Virus immer wiederkommen würde. Sinnvoll kann nur eine regional angepasste Strategie im Umgang mit dem Virus sein. Dazu braucht es ein regionalisiertes Frühwarnsystem. Dabei muss festgelegt werden, welche Krankenhäuser einer Region die Verantwortung der Corona-Versorgung übernehmen und wie dafür die Finanzierung aussieht. Andere Krankenhäuser, vor allem Fachkliniken, sollten sich stattdessen dem Regelbetrieb widmen. Denn auch im Regelbetrieb müssen schwer kranke Menschen gut versorgt und bleibende Gesundheitsschäden vermieden werden.

Eine weitere Verschiebung von Behandlungen ist kaum noch vertretbar. Allerdings dürfte der Regelbetrieb nur mit Einschränkungen aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln möglich sein. Welche Konsequenzen hat dies für die Finanzierung der Krankenhäuser und welche Maßnahmen können ergriffen werden, um diese Einschränkungen so klein wie möglich zu halten? Schließlich ist die Frage zu beantworten, woher die Mittel für eine weitere Vorhaltefinanzierung kommen sollen, wie bisher aus Steuermitteln oder aus Mitteln der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen?

Autor

Prof. Dr. Boris Augurzky

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