Suche nach neuem Eigentümer

DRK-Kliniken Nordhessen melden Insolvenz an

  • Finanzierung
DRK-Kliniken Nordhessen melden Insolvenz an
Seit Monaten kämpfen die DRK-Kliniken Nordhessen um wirtschaftliche Stabilität. Wegen Zahlungsunfähigkeit hat das Unternehmen nun Insolvenz angemeldet. © Pixabay/Bru-nO

Seit Monaten kämpfen die DRK-Kliniken Nordhessen um wirtschaftliche Stabilität, nun hat die Geschäftsführung wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Wie die DRK-Kliniken mitteilen, wurde beim zuständigen Amtsgericht Kassel ein Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht werde über diesen Antrag kurzfristig entscheiden. Weitere Gesellschaften der DRK-Gruppe seien von der Insolvenz nicht betroffen. 

„Auch wenn dieser Schritt mir sehr schwer gefallen ist, bedeutet das keinesfalls das Ende unserer Krankenhäuser“, sagt Geschäftsführer Alexander Lottis. Der Geschäftsbetrieb laufe ohne Einschränkungen weiter. Die Restrukturierung in Eigenverwaltung biete auch viele Chancen: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in einem transparenten Bieterverfahren einen verlässlichen und finanzstarken neuen Mehrheitsgesellschafter finden werden.“

Nach einem guten Verlauf im Geschäftsjahr 2020 war die Sanierung – bedingt durch die Pandemie und den Fachkräftemangel, der es insbesondere in der Pflege schwer macht, ausreichend Personal zu rekrutieren – ins Stocken geraten, heißt es weiter in der Mitteilung. Beide Gesellschafter und auch die Sanierungsgeschäftsführung waren sich bereits seit Anfang des Jahres einig, dass es einen finanzstarken neuen Partner braucht.

Gesellschafter einigten sich nicht

Dabei hätten zwei mögliche Wege im Raum gestanden: Die Übertragung der Gesellschafteranteile in eine Treuhandgesellschaft, die dann ein offenes Bieterverfahren durchführt, oder die Suche nach einem strategischen Partner, der als neuer Gesellschafter hinzukommt und die Mehrheit der Anteile übernimmt. „Leider konnten sich die Gesellschafter nicht rechtzeitig auf einen gemeinsamen Weg einigen“, bedauert Lottis. Zwar sollen der Schwesternschaft dem Vernehmen nach zwei Angebote vorliegen. „Allerdings haben die Banken wie auch ich die dringend benötigte Finanzierungszusage der möglichen Investoren bis heute nicht erhalten“, erklärt Lottis. Die DRK-Kliniken Nordhessen befänden sich nunmehr in einer akuten Liquiditätskrise. Eine kurzfristige Lösung sei nicht in Sicht. „Wir waren daher gesetzlich verpflichtet, Insolvenz anzumelden.“

Ziel sei es nun, das Insolvenzverfahren bis Ende des Jahres abzuschließen.

Autor

 Christina Spies

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich