Tarifabschluss

Charité und Verdi einigen sich auf Mindestpersonalbemessung

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Charité und Verdi einigen sich auf Mindestpersonalbemessung
© GettyImages/Dilok Klaisataporn / EyeEm

In den seit Mai andauernden Tarifverhandlungen zwischen der Berliner Uniklinik Charité und der Verdi haben sich beide Seiten auf einen Tarifvertrag geeinigt. Wichtiger Bestandteil des Vertrags ist eine fest definierte Mindestpersonalbemessung für alle bettenführenden Stationen sowie für Funktionsbereiche wie OP, Anästhesie, Radiologie, Zentrale Notaufnahmen und Entbindungsräume. "Der Tarifvertrag wird dazu beitragen, die Gesundheitsberufe attraktiver zu machen“, sagt Verdi-Verhandlungsführerin Melanie Guba. Die Tarifkommission der Gewerkschaft hat dem Tarifergebnis einstimmig zugestimmt und empfiehlt den Mitgliedern die Annahme des Ergebnisses, heißt es in einer Mitteilung. In den kommenden Wochen führt Verdi eine Mitgliederbefragung durch – auf Basis dieses Votums wird die Tarifkommission abschließend entscheiden. Stichtag ist der 15. Dezember.

Für die Mitarbeitenden soll es einen Belastungsausgleich anhand eines Punktesystems (CHEPS) geben. Pflegekräfte erhalten beispielsweise beim Unterschreiten der Personalbemessung und Besetzungsregelungen sowie hohem Leasingeinsatz Entlastungspunkte, für die sie Erholungsbeihilfen, Kinderbetreuungszuschüsse, Altersteilzeitkonten, Sabbaticals oder Freizeitausgleich erhalten können. Darüber hinaus wird die psychosoziale Betreuung auf den Intensivstationen verstetigt und ein Konzept zur Gewaltprävention entwickelt. Auch die Auszubildenden profitieren von dem neuen Tarifvertrag. Sie können künftig auf drei neuen Ausbildungsstationen und einer interprofessionellen Intensiv-Lernstation Erfahrungen sammeln und die strukturiere Praxisanleitung wird auf den Stationen erweitert. Ebenso gibt es eine Dienstplansicherheit zwei Monate im Voraus. 

Auch Carla Eysel, Vorstand Personal und Pflege der Charité zeigt sich zufrieden mit dem Ausgang der Verhandlungen. "Mit den zur Unternehmensstrategie der Charité passenden Schwerpunktsetzungen in der Personalbemessung und den lebensphasenorientierten Lösungen zum Einsatz möglicher Belastungspunkte gelingt der Charité der Einstieg in sehr gute Arbeitsbedingungen in der Pflege und in den weiteren Gesundheitsfachberufen“, so Eysel.

 

Hintergrund

Die Verhandlungen für einen neuen Tarifvertrag liefen seit Mai. Damals startete von Verdi die "Berliner Krankenhaus-Bewegung", die eine Petition von Beschäftigten der Charité, Vivantes und deren Tochterunehmen überreichte und einen Tarifvertrag Entlastung forderte. Gesetzt wurde damals eine Frist von 100 Tagen, die am 20. August verstrich. Mitte August kündigte die Gewerkschaft an zu streiken, falls bis zum Stichtag keine Einigung über einen Tarif erzielt werden könnte. Zuvor wurden erste Einigungsversuche nach wenigen Stunden abgebrochen. Laut dpa-Meldung waren seit dem 9. September etwa 1.000 Mitarbeitende der landeseigenen Häuser in einem unbefristeten Streik. Ende September verständigten sich Charité und Verdi auf die ersten Punkte, Anfang Oktober einigten sich die Verhandlungspartner auf ein Eckpunktepapier. Die Streiks wurden seitdem ausgesetzt.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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