Qualitätssicherung

G-BA legt neue Mindestmengen fest

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G-BA legt neue Mindestmengen fest
© ©Werner Krueper Fotografie

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat neue Mindestmengen für Operationen bei Brust- und Lungenkrebs festgelegt. Für Brustkrebs-Operation gilt künftig eine Mindestmenge von 100, für Lungenkrebs-Operationen von 75 pro Jahr und Krankenhausstandort. "Für die chirurgische Behandlung von Brust- und Lungenkrebs gibt es einen wissenschaftlich belegten Zusammenhang zwischen Routine und Behandlungsergebnis. Deshalb haben wir hier Mindestmengen eingeführt und im Detail definiert, welche Leistungen hierunter fallen", sagt Karin Maag, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung. Eine fehlende Routine könne im Zweifelsfall dazu führen, dass der Patient geringere Überlebenschancen hat, schwerwiegende Komplikationen erleidet oder Folgeeingriffe notwendig werden.

Zudem wurde die bestehende Mindestmenge für komplexe Operationen an der Bauchspeicheldrüse von 10 auf 20 erhöht. Die Änderungen treten nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 1. Januar 2022 in Kraft. Für die Krankenhäuser gelten dann Übergangsregelungen, nach denen erst ab 2025 die Mindestmengen in voller Höhe erfüllt werden müssen.
Bei den Beschlüssen griff die Behörde auf Auswertungen des Insituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Behandlungsergebnissen zurück. Auch modellhafte Datenanalysen des Instituts für Qualitässicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) zu den Fragen, wie viele Krankenhausstandorte bei unterschiedlichen Mindestmengenhöhen weiterhin an der Versorgung teilnehmen und wie sich Wegstrecken sowie Fahrzeiten verlängern würden, bildeten die Basis. 

Zahl der Standorte reduziert sich

Im Jahr 2019 führten 732 von 1914 Krankenhausstandorten Brustkrebs-Operationen durch. Mit der beschlossenen Mindestmenge von 100 Eingriffen pro Jahr reduziert sich das Angebot auf etwa 355 Standorte, teilt der G-BA mit. Die durchschnittliche Fahrzeit würde sich von 15 auf 18 Minuten erhöhen. Chirurgische Lungenkrebs-Behandlungen wurden in 328 Klinikstandorten durchgeführt. Die Zahl der Standorte reduziert sich mit der Mindestmenge auf 90, die Fahrzeit erhöht sich von 20 auf 31 Minuten. 

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Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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