Brandenburg

Geplante Medizin-Uni sorgt für Kontroverse

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Geplante Medizin-Uni sorgt für Kontroverse
Shot of a team of doctors having a meeting © Cecilie_Arcurs

Der Plan des Landes Brandenburg, in Cottbus eine Medizinische Hochschule zu eröffnen, stößt auf Kritik. Oliver Günther, Präsident der Potsdamer Universität, warnt vor teuren Doppelstrukturen. 

Gegenüber dem Tagesspiel teilte Günther mit, dass er das Vorhaben grundsätzlich für richtig halte. Jedoch brauche Brandenburg eine Hochschulmedizin, nicht zwei. Denn bereits seit 2018 besteht eine gemeinsame Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Potsdamer Uni, der privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg und der Brandburg-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg – letztere soll, so die Pläne des Landes, die Medizinerausbildung bekommen. Eine separate Medizinische Hochschule würde jedoch in die Irre führen und sei zudem nicht finanzierbar, so Günther. Vielmehr müsse das Medizinstudium mit den vorhandenen Strukturen eng verzahnt werden. Etwa wenn die bereits laufenden Aktivitäten in Nordbrandenburg, Potsdam und in der Lausitz zusammen gedacht würden. Eine entsprechend erweiterte gemeinsame Fakultät könnte man mit einem jährlichen Haushalt in zweistelliger Millionenhöhe betreiben, schätzt Günther. Damit wäre man deutlich unter den Kosten einer eigenständigen Medizinischen Hochschule. Deren Kosten werden nach Angaben des Tagesspiegels auf 50 bis 100 Millionen Euro jährlich geschätzt. 

Die Investitionskosten für das Projekt in Cottbus sollen vom Land Brandenburg beglichen werden, teilte das Carl-Thiem-Klinikum Anfang Juli mit. 650 Millionen Euro sind dafür geplant. Die Gelder kommen aus Strukturfördermitteln, die das Land vom Bund durch den Ausstieg aus der Braunkohlestromversorgung, erhält. Bisher habe das Land Brandenburg keine staatliche Universitätsmedizin, da es aus kostengründen nicht für notwendig gehalten wurde, heißt es im Tagesspiegel. Angehende Ärzte sollten nach der Wende an der Berliner Charité ausgebildet werden. Die könne dem wachsenden Bedarf im sich dynamisch entwickelnden Flächenland Brandenburg nicht mehr gerecht werden. Demnach herrsche heute im Land weitgehend Einigkeit, dass eine eigene Hochschulmedizin nötig sei.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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