Strukturdebatte

Helios-COO Enrico Jensch: “Deutschland hat zu viele Kliniken”

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Helios-COO Enrico Jensch: “Deutschland hat zu viele Kliniken”
Enrico Jensch © Helios

In einem Podcast hat der Chief Operating Officer des Klinikkonzerns Helios seine Meinung bekräftigt, dass es in Deutschland zu viele Krankenhäuser gebe.

„An der Strukturdiskussion, dass wir zu viele Krankenhäuser in Deutschland haben, hat sich nichts verändert“, erklärte Enrico Jensch im Podcast mit "Capital". Auch müsse darüber nachgedacht werden, welche Patienten künftig ambulant versorgt werden könnten, um Platz in den Häusern zu schaffen, der für andere benötigt werde. Helios ist mit 86 Kliniken der größte Klinikbetreiber in Deutschland und macht derzeit über neun Milliarden Euro Umsatz. Die Strukturdebatte, also die Frage, wie viele Kliniken Deutschland in Zukunft braucht, hat durch die Corona-Krise eine neue Wendung bekommen. Die Stimmen derer, die eine Reduzierung der Klinikstandorte fordern, wird mittlerweile wieder lauter – auch aus dem Klinikkosmos. Unikliniken, Maximalversorger und auch einige große private Klinikbetreiber drängen auf eine Reduzierung. Für die großen Anbieter wird auch der ambulante Markt zusehends interessanter. In diesem Zusammenhang ist Jenschs Aussage zur ambulanten Versorgung zu sehen. Noch deutlicher hat es kürzlich Mate Ivančić, Chef der privaten Schön-Klinik-Gruppe, in einem Interview mit f&w gesagt: „Ich sehe die Sektorengrenze weniger zwischen ambulant und stationär, denn schon heute kann jeder Patient – egal, was er hat – in eine Krankenhausambulanz gehen. Ich denke, wir haben vor allem in Ballungsgebieten eine große Mauer zwischen haus- und fachärztlicher Versorgung. Darauf müsste der Gesetzgeber als nächstes einwirken – und natürlich würde ich dafür plädieren, den stationären Bereich für die fachärztliche Versorgung zu öffnen.“ 

Die Strukturdebatte ist zweifellos stark mit der Ambulantisierung der Medizin und der Bezahlung ambulanter Leistungen verbunden. Ein erster Schritt ist die Anpassung des Katalogs für ambulante Operationen (AOP-Katalog), die der Bundestag mit dem MDK-Gesetz auf den Weg gebracht hat. Ein Gutachten dazu soll bis Juni 2021 vorliegen und eine Novellierung des Katalogs bis Januar 2022 nach sich ziehen.

In einer früheren Version des Artikels hatten wir geschrieben, dass der neue AOP-Katalog bis Juni 2021 vorliegen muss. Die Fristen hat der Gesetzgeber allerdings im Zweiten Pandemie-Gesetz angepasst:

-Beauftragung Gutachten zur Anpassung des AOP-Katalogs bis 30.6.2020
-Vorlage des Gutachtens bis 30.6.2021
-Vereinbarung zum neuen Katalog inklusive Vergütung bis 31.1.2022

Über die Vergabe des Gutachtens liegen bisher keine Informationen vor.
 

 

Autor

 Jens Mau

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