Tagespauschalen

Kassenärzte lehnen Vorschläge ab

  • News des Tages
Kassenärzte lehnen Vorschläge ab

Vertreter des KV-Systems lehnen die von der Regierungskommission vorgelegten Vorschläge zu Tagespauschalen als unzureichend ab. "Erneut wurde eine Chance vertan, eine echte Reform anzustoßen", kritisiert Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Statt einer aktiven Gestaltung neuer Versorgungsformen gemeinsam mit den Niedergelassenen, baue man "Jägerzäunchen" – zum Nachteil von Patienten und Beitragszahlern. "Dass wir in Deutschland eine Tradition sehr vieler Krankenhäuser und einer sehr hohen Krankenhausdichte vorweisen, darf nicht der Grund dafür sein, wichtige Reformschritte zu unterlassen, weil man Sorge hat, dass nicht alle in der Lage sein werden, diese Schritte zu gehen."

Skeptisch äußert sich auch der Vorstandsvorsitzende des KV-nahen Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Dominik von Stillfried. "Was wir brauchen, ist ein langfristig angelegtes, nachhaltiges Programm zur Ambulantisierung bisheriger stationärer Behandlungen." Schon jetzt gebe es 19 verschiedene Rechtsformen ambulanter Krankenhausleistungen. "Keine hat bisher zu einer spürbaren Ambulantisierung geführt, da die Abrechnung der Leistung als stationärer Fall für Krankenhäuser stets vorteilhafter war." Mit den Tagespauschalen würden Patienten in den Strukturen der Krankenhausbehandlung gehalten. "Sicher ist, dass derzeit bereits bestehende Abgrenzungsprobleme zwischen unterschiedlichen Abrechnungsvoraussetzungen vergrößert werden", so Stillfried. Er rechnet mit zusätzlicher Dokumentation und Mehrbelastung des medizinischen Fachpersonals. Völlig unverständlich sei auch, warum für Leistungen, die auch Vertragsärztinnen und -ärzte erbringen, dann ein höherer Preis gezahlt werden soll, wenn die Leistungen ohne Übernachtung in einer Klinik durchgeführt werden.

Positiver äußern sich die privaten Krankenhäuser. Die Einführung tagesklinischer Behandlungen in den Krankenhäusern sei ein richtiger Ansatz, teilte der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) mit. Da sich die Kommissions-Empfehlung allerdings ausschließlich auf stationäre Krankenhausleistungen beziehen, werde die Überwindung der Sektorengrenzen nicht gelingen. "Um vorhandene Bruchstellen abzubauen, brauche es eine echte Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung." Zudem warnt der Verband vor neuen Regulierungen. Insbesondere die vorgesehene Überprüfung der primären Fehlbelegung durch den MD müsse gestrichen werden.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich