Künstliche Intelligenz

KI-Reallabor soll den Weg von der Entwicklung in die Versorgung verkürzen

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KI-Reallabor soll den Weg von der Entwicklung in die Versorgung verkürzen
Prof. Dr. Oliver G. Opitz, Leitung Bosch Digital Innovation Hub © privat

Viele KI-Anwendungen erreichen den Klinikalltag nicht, obwohl die Technologie verfügbar ist. Ein Reallabor in Baden-Württemberg soll helfen, Hürden frühzeitig zu überwinden und den Transfer in die Versorgung zu beschleunigen.

Viele KI-Anwendungen im Gesundheitswesen scheitern meist nicht an der Technologie, sondern auf dem Weg in die Versorgung: Fehlender Datenzugang, regulatorische Unsicherheiten, mangelnde Einbindung in klinische Abläufe und Akzeptanzprobleme bremsen oft die Umsetzung vor Ort. Das vom Land Baden-Württemberg geförderte KI-Reallabor Gesundheit Baden-Württemberg (SAINDBOX - AI Health Sandbox BW) soll diese Transferlücke schließen und KI-Lösungen schneller und regulatorisch sicher in die Anwendung überführen.

Das KI-Reallabor des Bosch Digital Innovation Hub am Bosch Health Campus in Stuttgart versteht sich als sogenannte Regulatory Sandbox. Solche kontrollierten Testumgebungen sind auch im europäischen AI Act vorgesehen, um KI-Systeme im Austausch mit Behörden zu entwickeln, zu erproben und zu validieren, bevor sie in den Regelbetrieb übergehen. 

Aufnahme externer Use Cases geplant

„Unser Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für diesen Transfer so zu gestalten, dass KI tatsächlich in der Versorgung ankommt. Dabei geht es nicht um einzelne Anwendungen, sondern um systemische Lösungen“, sagt Oliver G. Opitz, Leiter des Bosch Digital Innovation Hubs, im Interview mit f&w. Nach einer einjährigen Aufbauphase mit eigenen Projekten will das Reallabor im Sommer auch externe Use Cases aufnehmen.

Das Reallabor arbeitet nach eigenen Angaben entlang von drei Schwerpunkten: Datenzugang und Dateninfrastrukturen, regulatorische Rahmenbedingungen sowie Kompetenz- und Akzeptanzaufbau. Dabei stehe das KI-Reallabor im Austausch mit dem baden-württembergischen Landesdatenschutzbeauftragten, dem Bundesgesundheitsministerium oder der Bundesnetzagentur. Ziel sei es, regulatorische Hürden frühzeitig zu identifizieren und praxistaugliche Lösungsansätze zu entwickeln, so Opitz.

Pilotprojekt mit Patientendaten

Aktuell bearbeitet das KI-Reallabor laut Opitz rund sechs Anwendungsfälle. Ein Schwerpunkt liegt beispielsweise auf der Verarbeitung unstrukturierter Patientendaten. Gemeinsam mit Partnern werde eine KI-Lösung erprobt, die Informationen aus Papier- sowie PDF-Dokumenten extrahiert, strukturiert und für die weitere Nutzung aufbereitet. Auf Basis dieser Dokumentationshilfe können unter anderem Entwürfe für Arztbriefe erstellt werden. Die Verantwortung verbleibe dabei beim behandelnden Arzt. Eine Pilotierung am Robert Bosch Krankenhaus sei geplant.

Welche weiteren Projekte in der Pipeline stecken und welches Potenzial Opitz bei administrativen Tätigkeiten und im Pflegebereich sieht, lesen Abonnenten in der neuen f&w.

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