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Kinder- und Jugendkliniken raus aus den DRG?

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Die SPD will die Fallpauschalen für Kinder- und Jugendkliniken abschaffen. Jochen Scheel von der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. sieht ebenfalls Handlungsbedarf, plädiert im BibliomedManager-Podcast jedoch für andere Lösungen. 

Sollten Kinder- und Jugendkliniken aus den DRG herausgenommen werden? Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, hat vergangene Woche eine entsprechende Bundesratsinitiative angekündigt. Auslöser der Debatte war ein TV-Bericht über die geplante Schließung der Kinderklinik in Parchim. "Seit Jahren haben Kinder- und Jugendkliniken insbesondere im ländlichen Raum finanzielle Schwierigkeiten", zitiert der NDR die Ministerpräsidentin. Die Fallpauschalen hätten sich in diesem Bereich nicht bewährt. Inzwischen hat auch die Bundespartei nachgezogen: Die DRG sollen für diesen Bereich abgeschafft werden. Zudem sollen 13 Prozent der Mittel des Zukunftsprogramm Krankenhäuser gezielt für die Kinderkliniken eingesetzt werden (zum vollständigen Beschluss, Download auf der Website der SPD).

Jochen Scheel, Geschäftsführer der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKind), sieht ebenfalls Handlungsbedarf, warnt im Podcast mit BibliomedManager jedoch vor Aktionismus. "Die Diskussion ist dringend notwendig – voreilige Vorschläge sind aber eher kontraproduktiv", so Scheel. In vielen Regionen und insbesondere in den dünner besiedelten Flächenländern müssten Familien mit ihren Kindern im Notfall PKW-Fahrtzeiten bis zur nächsten Kinderabteilung von deutlich mehr als 40 Minuten in Kauf nehmen (s. auch Landkarte der GKind, PDF-Download). 

Der Forderung nach einer Abschaffung der DRG schließt Scheel aber nicht an. Zwar würden Vorhaltung und schwer messbare Leistung wie zum Beispiel sprechende, empathische, dem Patienten zugewandte Medizin und Pflege im DRG-System nicht ausreichend abgebildet. "Wir benötigen ergänzende Instrumente, um diese Unzulänglichkeiten auszugleichen. Und es bedarf des politischen Willens, Gesundheitsversorgung als Daseinsvorsorge ernst zu nehmen und aktiv zu gestalten." Es sei für Kinderabteilungen besonders wichtig, dass die Vorhaltekosten für bedarfsnotwendige Leistungen der Grundversorgung in dünn besiedelten Regionen, aber auch für Spezialangebote gesichert würden. "Das darf nicht von der Inanspruchnahme abhängig sein, sondern von der geplanten Bedarfslage", so Scheel.

Welche weiteren Aspekte aus Scheels Sicht für die Kinder- und Jugendkliniken wichtig sind, hören Sie in unserer aktuellen Podcast-Folge:

Autor

 Florian Albert

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