BWKG-Indikator

Kliniken im Südwesten rutschen reihenweise in die roten Zahlen

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Kliniken im Südwesten rutschen reihenweise in die roten Zahlen
Heiner Scheffold © Landratsamt Alb-Donau-Kreis

Fast zwei Drittel der Krankenhäuser in Baden-Württemberg rechnen damit, dass sie 2021 mit Verlusten abschließen werden. Das zeigt der neue BWKG-Indikator, für den die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) bis November Krankenhausgeschäftsführungen befragt hat. Eine derartig hohe Defizitquote gab es laut Verband noch nie bei den Indikator-Umfragen.

"Das Pandemiejahr 2021 droht für die Krankenhäuser zum finanziellen Desaster zu werden", so der Vorsitzende Heiner Scheffold. Zum einen müssten die durch die Pandemie wegfallenden Erlöse aus der Patientenbehandlung für alle Krankenhäuser vollständig und nicht nur anteilig ausgeglichen werden. Zum anderen müssten die überdurchschnittlichen Kosten, die für die Behandlung von Covid-19-Patienten entstehen, durch dauerhafte Erlöszuschläge finanziert werden. "Und da die Pandemie nicht am 31.12.2021 enden wird, muss auch für das Jahr 2022 ein wirksamer Schutzschirm für die Finanzen der Krankenhäuser etabliert werden", so Scheffold. Der im Rahmen des geänderten Infektionsschutzgesetzes eingeführte Versorgungsaufschlag habe eine kleine Verbesserung für die Krankenhäuser gebracht, ist aus Sicht der BWKG nicht ausreichend.

Ein weiterer Höchstwert wird beim Indikator für den Fachkräftemangel erreicht: 92 Prozent der Kliniken haben Schwierigkeiten, offene Stellen in der Pflege zu besetzen. "Es muss alles getan werden, damit jeder, der eine Ausbildung zur Pflegefachkraft machen möchte, auch eine machen kann", so Scheffold. Dafür müssen die Reha-Kliniken als Ausbildungsträger schnell zugelassen werden, wie das im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vorgesehen sei. Außerdem müsse es endlich möglich sein, dass ambulante Ausbildungsphasen auch in den Ambulanzen der Krankenhäuser absolviert werden können.

Im Rahmen des BWKG-Indikators werden die Geschäftsführer der BWKG-Mitgliedseinrichtungen seit Frühjahr 2010 regelmäßig zu ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation und zur Gewinnung von Fachkräften befragt.

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