Bei der Implantation künstlicher Schultergelenke wegen Gelenkverschleiß gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen Krankenhäusern. Das geht aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, die auf Daten von 12.844 Eingriffen an AOK-Versicherten aus den Jahren 2020 bis 2024 basiert.
Die risikobereinigte Komplikationsrate lag im Fünftel der am besten bewerteten Kliniken bei 3,6 Prozent. Im Fünftel der Häuser mit den schlechtesten Ergebnissen betrug sie dagegen 14,5 Prozent und war damit rund viermal so hoch. Insgesamt wurden Daten von 178 Klinikstandorten ausgewertet.
Komplikationsrate durchschnittlich bei 8,6 Prozent
Über alle Krankenhäuser hinweg lag die durchschnittliche Komplikationsrate bei 8,6 Prozent. Ungeplante Folgeoperationen innerhalb eines Jahres nach dem Eingriff waren bei 4,5 Prozent der Patienten erforderlich. Solche Eingriffe können etwa wegen Infektionen oder einer Lockerung der Prothese notwendig werden. Chirurgische Komplikationen wie Protheseninfektionen, Gefäßverletzungen, Knochenbrüche oder Ausrenkungen des künstlichen Gelenks traten in 7,1 Prozent der Fälle auf.
Nach Berechnungen des WIdO ließe sich ein Teil dieser Komplikationen vermeiden. Wären die rund 3.200 Patienten, die in unterdurchschnittlich bewerteten Krankenhäusern operiert wurden, stattdessen in überdurchschnittlichen Kliniken behandelt worden, hätten etwa 320 Komplikationsfälle vermieden werden können, so das Institut.
37.000 Implikationen künstlicher Schultergelenke 2025
Die Implantation künstlicher Schultergelenke wird in Deutschland deutlich seltener vorgenommen als der Einsatz von Hüftprothesen. Dennoch steigen die Fallzahlen seit Jahren. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit rund 37.000 künstliche Schultergelenke eingesetzt. Zum Vergleich: Hüftgelenksprothesen kamen im selben Zeitraum rund 290.000 Mal zum Einsatz.
mau
