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Kommission macht Vorschläge zur Krankenhausplanung

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Kommission macht Vorschläge zur Krankenhausplanung

Die Enquete-Kommission des niedersächsischen Landtages hat nach zweijährigen Beratungen Vorschläge für eine Neustrukturierung der Krankenhausplanung des Bundeslandes vorgelegt. In ihrem Abschlussbericht schlägt die Kommission unter anderem vor, die 170 Krankenhäuser im Land in drei Stufen zu unterteilen: Grundversorger, Schwerpunktversorger und Maximalversorger. Als letztere gelten bisher nur die Medizinische Hochschule Hannover und die Universitätsmedizin Göttingen. Künftig sollen es aber sieben sein - Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Rotenburg und Georgsheil in Ostfriesland kommen hinzu. Diese Maximalversorger sollen alle medizinischen Disziplinen abdecken und mindestens 600 Betten bereitstellen. Ziel sei es, besser ausgestattete und leistungsfähige Krankenhäuser sowie Ärzte in Wohnortnähe zu haben, sagte SPD-Gesundheitspolitiker Uwe Schwarz. "Es wird kein Krankenhaus schlechter gestellt, sondern es werden mindestens fünf besser gestellt." Der Krankenhausplan des Landes, der seit 1985 immer fortgeschrieben worden sei, soll dafür überarbeitet werden, so Schwarz. Krankenhäuser, die ihren Auftrag wiederholt nicht erfüllen, könnten ihren Status dann, anders als bisher, auch verlieren. "Wenn Sie Listen sehen, wie viele Krankenhäuser sich regelmäßig am Wochenende vom Notarzt- und Rettungsdienst abmelden, ist das in manchen Regionen nicht witzig", sagte der SPD-Mann.

Weitere Vorschläge der Kommission: Die Investitionsfinanzierung soll verbessert werden. Und abseits der Ballungsräume sollen regionale Gesundheitszentren mit Haus- und Fachärzten, aber auch stationären Bereichen die Versorgung ergänzen. Ein Krankenhaus dürfe nicht ersatzlos wegfallen, sagte Schwarz. Gesundheitszentren sollen deshalb in unterversorgten Regionen rund um die Uhr zur Verfügung stehen - mit einer Mischung aus Arztpraxis und stationärer Versorgung. "Auch wenn die OP in einem größeren Krankenhaus stattfindet, kann die Nachsorge stationär vor Ort geleistet werden, und auch Besuch kann empfangen werden", erklärte Volker Meyer von der CDU.

Damit es überall genügend Hausärzte gibt und nicht nur in den Großstädten, schlägt die Kommission eine Landarztquote vor. Das heißt, ein Teil der Medizin-Studienplätze soll an Bewerber gehen, die sich verpflichten, später in einem unterversorgten Gebiet zu arbeiten. Darüber hinaus soll eine Landarztquote die Betreuung auf den Dörfern sicherstellen. 

Die Enquetekommission habe mit ihrer Arbeit „wertvolle Impulse für die zukunftsfähige, qualitativ hochwertige und patientenorientierte Versorgung gegeben“, sagte Helge Engelke, Verbandsdirektor der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG). Diese gelte es künftig seitens der politisch Verantwortlichen zu berücksichtigen und umzusetzen.

 

Autor

 Lena Reseck

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