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Krankenhäuser warnen vor Überlastung

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Krankenhäuser warnen vor Überlastung
Eine Holzwand mit einem Sichtfenster trennt die normale Intensivstation von der Covid-Intensivstation. Vor dem Betreten des Isolierbereichs muss aufwendige Schutzkleidung angelegt werden. © Mühlekreiskliniken/Kai Senf

Angesichts steigender Corona-Zahlen wächst in den Krankenhäusern die Sorge vor einer Überlastung. Die Zahl der mit einer Covid-Infektion im Krankenhaus versorgten Patienten sei binnen einer Woche deutlich gestiegen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Wenn diese Entwicklung anhält, haben wir schon in zwei Wochen wieder 3.000 Patienten auf Intensivstationen."

PD Dr. Michael A. Weber, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte (VLK), bezeichnet den Anstieg der Inzidenz an Covid-19-Erkrankungen besonders in einigen Regionen Bayerns mit Werten über 500 als "besorgniserregend". Damit einher gehe eine deutliche Zunahme der stationären Aufnahmen und der Intensivfälle. Die fünf Landkreise mit der höchsten 7-Tages-Inzidienz liegen (Stand 29.10.21) alle in Bayern. Spitzenreiter ist der Kreis Mühldorf an der Inn (644,7), es folgen der Kreis Miesbach (567) und der Landkreis Traunstein (548,2). 

"Die Krankenhausampel in Bayern ist kurz davor auf gelb umzuspringen, bereits jetzt sind zunehmend Verlegungstransporte aus besonders belasteten Regionen nötig", so Weber. "Bundesweit nähern wir uns der Marke von 2.000 Intensivpatienten." In dieser Situation gebe es "überhaupt keinen Spielraum für eine Aufhebung der epidemischen Lage nationaler Tragweite. Spahn erweist sich erneut als beratungsresistent. Ein FreedomDay wäre abstrus", so Weber. Er rechnet mit erneuten Kontaktbeschränkungen zur Entlastung der Kliniken in absehbarer Zeit. 

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) verweist unterdessen auf eine Welle relativ schwerer Atemwegserkrankungen bei Kindern, die viele Kinderkliniken an den Rand ihrer Kapazitäten bringe. "In Nordrhein-Westfalen ist derzeit bereits die Verlegung der Kleinen aus übervollen Häusern in andere nur noch eingeschränkt möglich. Selbst Krankenhäuser, die noch freie Kapazitäten hätten, dürften die kleinen Patienten vielfach nicht mehr aufnehmen. Sie tun es oft dennoch, obwohl sie damit in Schwierigkeiten kommen können", so VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. Er fordert eine temporäre Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen in der Kinderheilkunde. "Was gut gemeint ist, wird in der jetzigen Lage gefährlich, weil zwar Personal vorhanden ist, aber häufig nicht in der geforderten Anzahl", so Düllings. Krankenhäuser, die Kinder versorgen, dürften nicht dafür bestraft werden.

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