Die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land wollen die Kliniken Südostbayern ab 2028 mit jährlich zwölf Millionen Euro für Investitionen unterstützen. Zugleich soll der Klinikverbund künftig ohne Defizitausgleiche auskommen.
Die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land wollen die Kliniken Südostbayern (KSOB) auch nach Auslaufen des bisherigen Hilfspakets finanziell unterstützen. Das geht aus einer von den beiden Landkreisen und dem kommunalen Klinikverbund vorgestellten Zukunftsagenda hervor. Von 2028 bis 2035 sind demnach jährliche Investitionszuschüsse von insgesamt zwölf Millionen Euro vorgesehen.
Acht Millionen Euro pro Jahr sollen aus dem Landkreis Traunstein kommen, vier Millionen aus dem Berchtesgadener Land. Die Unterstützung steht allerdings unter sechs Bedingungen und muss noch von den zuständigen Gremien beschlossen werden. Zu den Vorgaben gehört eine Wirtschafts- und Investitionsplanung bis 2035. Ab 2028 sollen die KSOB ohne Betriebskostendefizitausgleiche und langfristige Liquiditätszuschüsse der Gesellschafter auskommen.
Zudem besteht die Möglichkeit, bereits gewährte Gesellschafterdarlehen von bis zu 30 Millionen Euro in die Kapitalrücklage umzuwandeln. Zusätzliche Mittel sind damit nicht verbunden.
Neues Strategieprogramm soll Strukturen bis 2035 ausrichten
Die wirtschaftlichen Vorgaben sind Teil einer längerfristigen Neuordnung des Klinikverbunds. Mit dem Strategieprogramm „KSOB 2030+“ sollen die Versorgungsstrukturen an die Krankenhausreform und veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen angepasst werden. Vorgesehen sind unter anderem weitere Spezialisierungen, eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Standorten sowie der Ausbau ambulanter Angebote und von Kooperationen.
„Unser Maßstab ist nicht die Zahl der Krankenhausbetten, sondern die Frage, welche medizinischen Leistungen die Menschen in unserer Region benötigen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Uwe Gretscher. Die KSOB haben nach eigenen Angaben ihr Defizit in den vergangenen Jahren reduziert.
Bad Reichenhall soll modernisiert werden
Für die Zentralklinik Berchtesgadener Land in Bad Reichenhall ist eine schrittweise Erneuerung am bestehenden Standort geplant. Neben Modernisierungen im Bestand ist ein neuer Funktionsbau vorgesehen. Erste davon unabhängige Baumaßnahmen könnten 2027 beginnen. Die Planungen sollen mit dem dritten Bauabschnitt am Klinikum Traunstein abgestimmt werden. Dort ist der Baubeginn für 2028 vorgesehen. Für die Kreisklinik Trostberg sind nach derzeitigem Stand weder bauliche Veränderungen noch Änderungen des medizinischen Leistungsspektrums vorgesehen.
Zukunft des Standorts Berchtesgaden bleibt offen
Noch nicht entschieden ist dagegen, welche medizinischen Angebote künftig am Standort Berchtesgaden vorgehalten werden sollen. Bis zu einer Aufsichtsratsklausur im November 2026 soll dazu ein Variantenvergleich vorliegen. Untersucht werden sollen unter anderem sektorenübergreifende Versorgungsangebote und zusätzliche Angebote für ältere Menschen.
fa
