Gesundheitsdaten

Baden-Württemberg baut digitale Klinikplattform aus

  • Innovation
Baden-Württemberg baut digitale Klinikplattform aus
Medicus soll Kliniken vernetzen, IT-Dienste bündeln und Gesundheitsdaten für Versorgung und Forschung nutzbar machen. © Getty Images/miakievy

Baden-Württemberg treibt den Aufbau einer gemeinsamen digitalen Infrastruktur voran. Die Plattform Medicus soll Kliniken vernetzen, IT-Dienste zentral bereitstellen und den rechtssicheren Austausch von Gesundheitsdaten ermöglichen.

Die baden-württembergische Gesundheitsplattform Medicus erhält eine dauerhafte Organisationsstruktur. Mit der Gründung des Vereins Medicus e. V. haben Kliniken, Universitäten und weitere Partner die künftige Steuerung des Projekts übernommen. Das teilte das baden-württembergische Innenministerium mit.

Der Verein soll ab 2027 die strategische Weiterentwicklung der Plattform verantworten. Für den Betrieb und die technische Weiterentwicklung ist eine Medicus-GmbH vorgesehen, deren alleiniger Gesellschafter der Verein sein wird. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Universitätsklinika des Landes, weitere Krankenhäuser, die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft sowie die vier Landesuniversitäten mit medizinischer Fakultät. Das Land wird Ehrenmitglied.

Plattform für gemeinsame digitale Infrastruktur

Medicus entstand in den vergangenen zwei Jahren als Landesprojekt. Das Land investierte nach eigenen Angaben mehr als 25 Millionen Euro. Ziel ist der Aufbau einer cloudbasierten Infrastruktur für digitale Anwendungen. Langfristig soll die Plattform auch den Austausch und die Nutzung von Gesundheitsdaten ermöglichen.

Zu den ersten Angeboten gehören Messenger- und Telekonsil-Lösungen sowie ein Kollaborationstool. Weitere Speicher- und Sicherheitsdienste befinden sich in der Umsetzung. Künftig soll Medicus zudem Aufgaben übernehmen, die Krankenhäuser bislang oft selbst organisieren, etwa den Betrieb von Fachdiensten oder die Wartung von Basisinfrastrukturen. Gemeinsame Lösungen sollen Kosten und Aufwand senken sowie die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern verringern.

Gesundheitsdaten als nächster Entwicklungsschritt

Die Plattform soll sich nach Angaben des Landes zu einer zentralen Datendrehscheibe entwickeln. Ziel ist es, Gesundheitsdaten rechtssicher für Versorgung und Forschung nutzbar zu machen.

cs

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