Covid-19

Mediziner kritisieren DKG-Chef Gaß

  • News des Tages
Mediziner kritisieren DKG-Chef Gaß
© Pixabay/fernandozhiminaicela

Nach Einschätzung von DKG-Chef Gerald Gaß droht den deutschen Krankenhäusern in der dritten Covid-19-Welle keine Überlastung. Mediziner widersprechen.

Trotz steigender Covid-19-Patientenzahlen auf den Intensivstationen droht den Kliniken keine Überlastung, erklärte der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß am Wochenende. „Es wird aber in den kommenden Wochen nicht zu einer kompletten bundesweiten Überlastung der Kliniken kommen, die dazu führt, dass wir Bilder wie in Bergamo erleben müssen, dass Patienten keine Beatmung mehr erhalten können und wir möglicherweise sogar das benachbarte Ausland um Unterstützung bitten müssen“, so Gaß.

Wenn die Politik die von ihr beschlossene Notbremse konsequent umsetze, würden die Kliniken auch in den kommenden Wochen den Schutz der Bevölkerung gewährleisten. Gaß verwies in einem Statement vom Samstag auf die 10.000 Reserveintensivbetten, die im Notfall durch das deutliche Zurückfahren der Regelversorgung binnen sieben Tagen aktiviert werden könnten. In der Bild-Zeitung erklärte Gaß zudem: „De facto haben wir mehr Kapazitäten als in der 2. Welle. Das große Problem der Corona-Ausfälle und Quarantäne-Anordnungen innerhalb der Belegschaft fällt quasi weg.“ Am Ostermontag waren laut DIVI-Register 19.828 Intensivbetten belegt und 3.775 Intensivbetten frei.

Der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Prof. Dr. Christian Karagiannidis, wiedersprach. „Was bedeutet die 2. und 3. Welle fürs Personal? Weit mehr als die Hälfte der Intensivstationen sind im Betrieb eingeschränkt wegen Personalmangel! Es wäre schön wenn sich auch die @DKGev auch mal informiert was in den Krankenhäusern so los ist. Inakzeptable Aussagen in @BILD [sic]“, schrieb er auf Twitter.

Auch die DIVI reagierte: "Die deutsche Krankenhausgesellschaft weiß noch nichtmal was in den Häusern so los ist. Peinlich und eine Verhöhnung aller Mitarbeiter der #intensivstationen [sic]", twitterte die Fachgesellschaft am Samstag.

Kritisch äußerte sich dort auch der Intensivmediziner Dominik Scharpf von den SLK-Kliniken. „Unserer internistische ICU ist KOMPLETT mit #COVID19—Patienten belegt, internistische Non-COVID-Patienten werden auf der operativen ICU von uns betreut. Daher IST das System bereits maximal ausgelastet - und die Zahlen steigen weiter. Von der ICU gesendet“, schrieb er am Samstag.

Autor

 Florian Albert

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich