Corona-Update 21.12.

Mehr Intensivbetten im Pandemiejahr

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Mehr Intensivbetten im Pandemiejahr
© pixabay/sirigel

+++ Mehr Intensivbetten im Jahr 2020 +++

Im ersten Jahr der Pandemie ist die Zahl der Intensivbetten um rund fünf Prozent (1.400) auf knapp 27.000 gestiegen. Das berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis). Die Gesamtzahl der Krankenhausbetten ging zugleich um rund 1,5 Prozent (7.400) auf 486.700 zurück. Diese Ergebnisse bilden den Jahresdurchschnitt ab und würden keine Auskunft über Veränderungen der Bettenzahlen im Jahresverlauf geben. Um zwölf Prozent auf 122,6 Millionen ging auch die Zahl der Behandlungstage in den 1.901 Häusern zurück. Infolge dieser deutlich verringerten Zahl sank auch die durchschnittliche Bettenauslastung um 8,4 Prozentpunkte auf 68,8 Prozent. Das heißt, dass die Krankenhausbetten durchschnittlich an zwei von drei Tagen belegt waren. Die Entwicklung gehe mit einem erheblichen Rückgang der Behandlungsfälle infolge der Corona-Pandemie einher. [Quelle: Destatis]

+++ Patienten profitieren von Telekonsilen +++

Seit März 2020 haben 530 schwerst erkrankte Covid-Patienten von den telemedizinsichen Behandlungen im Rahmen des Virtuellen Krankenhauses Nordrhein Westfalen profitiert. 140 Krankenhäuser aus NRW haben sich dem Netzwerk inzwischen angeschlossen. Damit ist das Virtuelle Krankenhaus seinem Ziel, medizinische Expertise durch Telekonsile flächendeckend im Land bereitzustellen, ein gutes Stück näher gekommen, teilt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen mit. „Durch die enge Vernetzung von Expertinnen und Experten können wir auch angesichts der vierten Welle der Corona-Pandemie dem erhöhten Bedarf an intensivmedizinischer und infektiologischer Expertise besser gerecht werden. Das Virtuelle Krankenhaus hilft uns dabei, die Kapazitäten der nutzbaren Intensivbetten zu erhöhen und Zeit zu gewinnen, da durch die erhöhte Behandlungsqualität die Verweildauer verkürzt werden kann“, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. [Quelle: MAGS NRW]

+++ Nach Infektion: Häufige Verbreitung von Long-Covid-Symptomen +++

Nach Erkenntnissen der Gutenberg Covid-19 Studie gaben bis zu 40 Prozent der mit Corona infizierten Personen an, Long-Covid-Symptome zu haben, die länger als sechs Monate andauern. Nach Angaben der Universitätsmedizin Mainz waren nicht nur Personen mit schweren Verläufen betroffen, sondern auch die weitaus größere Zahl der Inifzierten mit milden oder asymptomatischen Verläufen und ohne medizinische Behandlung in der akuten Erkrankungsphase. Eine eindeutige Definition zu Long-Covid gebe es derzeit nicht, die Symptome seien vielfältig. Für die bevölkerungsrepräsentative Studie wurden 10.250 Personen im Zeitraum Oktober 2020 bis Juni 2021 untersucht. 40 Prozent gaben an, mindestens sechs Monate unter Symptomen zu leiden. Etwa ein Drittel der Personen gab an, nachhaltig in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt zu sein. Dabei wiesen die Personen mit wissentlicher Infektion häufiger spezifische Symptome auf, etwa Geruchs- und Geschmacksstörungen. Weitere häufig genannte Symptome waren: Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Gedächtnis-, Schlafstörungen, Atemnot oder Kurzatmigkeit. Mit rund 46 Prozent waren Frauen etwas häufiger von Spätfolgen betroffen als Männer. 

Um den Symptomkomplex von Long Covid umfassend zu verstehen, sollen in der neuen Studie insgesamt 600 Personen mit nachgewiesener Infektion im Rahmen der Gutenberg Covid-19 Studie sowie Personen, die auf Grund einer Covid-19 Erkrankung an der Universitätsmedizin Mainz behandelt wurden, untersucht werden. [Quelle: Universitätsmedizin Mainz]

+++ Klinikverbund Hessen warnt vor weiteren Belastungen im kommenden Jahr +++

Angesichts der Pandemieentwicklung werde es keine Entlastung der Krankenhäuser und ihrer Beschäftigten hinsichtlich der Versorgung von Covid-Erkrankten geben – im Gegenteil, mahnt der Klinkverbund Hessen. „Wie die Daten aus anderen Ländern zeigen, wird es wegen der deutlich gesteigerten Infektiosität der Omikron-Variante allein durch die Masse der Infizierten zu einem Anstieg der Krankenhausbehandlungen kommen, selbst wenn der Anteil der schweren Verläufe geringer sein sollte“, meint Reinhard Schaffert, Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen. Schon jetzt seien die Belastungen der Krankenhäuser und Intensivstationen extrem hoch, während immer weniger Personal zur Verfügung stehe. Hinzu komme durch die neue Omikron-Variante ein drohender Personalausfall durch Erkrankungen, selbst bei den geimpften Mitarbeitenden. 

Auch die Finanzlage der Kliniken ist angespannt. Einer Umfrage des Klinikverbunds zufolge rechnen die meisten Kliniken für das laufende Jahr mit einem deutlichen Defizit. Im kommenden Jahr würden weitere finanzielle Belastungen, unter anderem Erlösausfälle durch das Verschieben planbarer Eingriffe oder Strafzahlungen und Sanktionen bei der Abrechnungsprüfung hinzukommen. Zudem finanzierten die Kliniken seit nunmehr zwei Jahren einen Großteil der Pflegepersonalkosten vor, weil der für die Refinanzierung der Pflege vorgesehene Pflegeentgeltwert viel zu niedrig sei und bisher in Hessen kaum Abschlüsse für ein Pflegebudget vorlägen, so der Klinikverbund. „Angesichts dieser Herausforderungen und Risiken brauchen die Krankenhäuser dringende politische Sofortmaßnahmen zur finanziellen Absicherung, die sofortige Aussetzung bürokratischer Regelungen wo möglich, die Beschleunigung finanziell wirksamer Prozesse und Verhandlungen sowie eine generelle Entrümpelung der krankenhausrelevanten Regelungen von Bürokratie“, fordert Schaffert. [Quelle: Klinikverbund Hessen]

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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