Corona-Update 16.12.

Notfallreserve hätte Folgen für alle Patienten

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Notfallreserve hätte Folgen für alle Patienten
Um die Lunge zu entlasten, werden Intensivpatientinnen und -patienten häufig stundenlang auf den Bauch gedreht. Je nach Körpergewicht? sind mindestens drei oder auch mehr Pflegekräfte notwendig, um die kräftezehrende und nicht ganz ungefährliche Drehung der Patientinnen und Patienten zu vollziehen. Dabei darf sich keiner der vielen lebenserhaltenden Schläuche lösen. © Mühlenkreiskliniken/Kai Senf

+++ EMA gibt grünes Licht für zwei Covid-Medikamente +++

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat heute zwei neue Medikamente gegen die Behandlung von Covid-19 empfohlen. Das Medikament Xevudy ist der dritte sogenannte monoklonale Antikörper, der in der EU für diese Art von Behandlung zugelassen ist und folgt auf die Zulassung von Regkirona und Ronapreve im November. Das Medikament wird für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40 Kilogramm empfohlen, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs besteht, teilt die EMA mit. Die Empfehlung basiert auf den Daten einer Studie mit 1.057 Covid-Patienten, die zeigen, dass die Behandlung mit Xevudy die Zahl der Krankenhauaufenthalte und Todesfälle bei Patienten mit mindestens einer Grunderkrankung, die ein Risiko für eine schwere Covid-Erkrankung darstellt, deutlich verringert. Ein Prozent der Patienten (6 von 528) wurde nach der Behandlung innerhalb von 29 Tagen länger als 24 Stunden in ein Krankenhaus eingewiesen, in der Gruppe mit Patienten, die ein Placebo erhielten, warne es sechs Prozent der Patienten (30 von 529), zwei starben. Das zweite Medikament, Kineret, ist in der EU bereits für die Behandlung von Entzündungskrankheiten zugelassen. Die Behörde empfahl nun das Anwendungsgebiet auf die Behandlung von Covid bei erwachsenen Patienten mit Lungenentzündung, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen und bei denen das Risiko einer schweren Ateminsuffizienz besteht, auszudehnen. Bei Covid-Patienten wird davon ausgegangen, dass das Arzneimittel die mit dem Virus verbundenen Entzündungen reduziert und die Entwicklung einer schweren Atemwegsinsiffizienz verhindert. Dazu wurden Studiendaten ausgewertet, an der 606 hospitalisierte Erwachsene mit mittelschwerer und schwerer Covid-19-Pneumologie teilnahmen. Die Studie zeigte eine stärkere Verbesserung der klinischen Symptome bei Patienten, die neben der Standardbehandlung zusätzlich Kineret erhielten, im Vergleich zu Patienten, die neben der Standardbehandlung ein Placebo erhielten. [Quellen: EMA/Xevudy; EMA/Kineret]

+++ DIVI: Notfallreserve hätte Folgen für alle Patienten +++

Nach Angaben von Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters, wurden bereits hunderte sogenannte High-Care-Betten aus der Reserve aktiviert. "Würde man die komplette Notfallreserve aktivieren, müsste man das ganze Krankenhaus in den Notfallbetrieb versetzen. Das wäre ein Kahlschlag und hätte Auswirkungen auf alle Abteilungen", sagt Karagiannidis. [Quelle: Stern/dpa]

+++ TU München setzt auf neue Strategie bei Medikament-Entwicklung +++

Dank internationaler Zusammenarbeit konnten schnell Impfstoffe gegen Covid-19 entwickelt werden. Bei der Entwicklung von Medikamenten gegen die Erkrankung gab es bisher nur Teilerfolge. Antikörper-Therapien sind die bisher wirksamsten Therapien. Hierbei werden rekombinante Antikörper zur Therapie von Covid-19-Erkrankungen eingesetzt, unter anderem auch am TUM-Klinikum rechts der Isar. Jedoch entzieht das Virus sich durch Mutation dem Angriff durch die therapeutischen Antikörper und teilweise sogar den natürlichen, nach einer Impfung ausgebildeten Antikörpern. 

Eine andere Strategie verfolgt ein Team aus Wissenschaftlern der Technischen Universität München, der Ludwig-Maximilians-Universität München, von Helmholtz Munich und der Münchener Formycon AG. Das Virus nutzt ein Protein an der Oberfläche menschlicher Zellen als Eintrittspforte, das sogenannte Angiotensin-converting enzyme 2 (ACE2).  Die Wissenschaftler  haben das ACE2-Protein mit einem Teil eines menschlichen Antikörper-Proteins verbunden und damit einen Wirkstoff geschaffen, der das Spike-Protein des Virus blockiert. In Zellkulturversuchen konnten sie damit das Virus komplett neutralisieren und eine Infektion verhindern. „Auch wenn die Impfung schwere Krankheitsverläufe sehr zuverlässig verhindert, die deutlich ansteckenderen Delta- und Omikron-Varianten haben gezeigt, dass sich sowohl Genesene als auch Geimpfte erneut anstecken können. Vor dem Hintergrund zukünftiger, möglicherweise noch ansteckenderer Varianten brauchen wir daher neben der Impfung auch einen breit wirksamen Wirkstoff gegen dieses Virus", sagt Prof. Ulrike Protzer, Leterin des Instituts für Virologie der TU München. [Quelle: TU München]

+++ UKSH setzt Impfpflicht für neue Mitarbeiter bereits um +++

Im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) müssen neue Mitarbeitende schon jetzt entweder vollständig geimpft oder genesen sein beziehungsweise ein ärztliches Zeugnis über das Bestehen einer Kontra-Indikation gegen eine Covid-Impfung vorweisen. Dies gilt für alle Bereiche des Klinikums an den Standorten in Kiel und Lübeck sowie für alle Tochtergesellschaften, teilt das Unternehmen mit. „Wir tragen die höchste Verantwortung gegenüber unseren Patientinnen und Patienten. Die Impfung ist sicher und im Rahmen unseres Hygienekonzeptes das beste Mittel, diese vulnerablen Gruppen, aber auch die Kolleginnen und Kollegen zu schützen“, sagt Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH. Zudem sei man als einziges Klinikum der Maximalversorgung im Land verpflichtet, die Krankenversorgung jederzeit sicherzustellen. Schon jetzt liegt die Impfquote der Mitarbeitenden am UKSH bei 96 Prozent. [Quelle: UKSH]

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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