Innovationen

NRW fördert Forschungsprojekt für KI-gesteuerte Sepsis-Therapie

  • News des Tages
NRW fördert Forschungsprojekt für KI-gesteuerte Sepsis-Therapie
© GettyImages/KATERYNA KON/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Das Projekt "DigiSept" des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum erforscht die individuelle Dosierungsempfehlung von Antibiotika bei einer Blutvergiftung. Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt nun mit 855.000 Euro. 

Die Sepsis zählt mit einer Sterblichkeitsrate von 30 bis 50 Prozent zu den dritthäufigsten Todesursachen in Deutschland. Dabei schädigt die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion plötzlich das eigene Gewebe, eine effektive Antibiotikatherapie ist dabei entscheidend für das Überleben. Um die optimale Dosis des Medikaments künftig individuell bestimmen und überwachen zu können, setzt ein Forschungsteam am Universitätsklinikum  unter der Leitung von Prof. Dr. Barbara Sitek auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Ein Machine-Learning-Modell in Kombination mit einem Massenspektrometer soll helfen, die Behandlung zu optimieren. „Die Referenzmessungen der Antibiotikakonzentrationen mithilfe des hier geförderten Massenspektrometers ermöglichen uns, mittels KI-gestütztem Machine-Learning ein mathematisches Modell zu entwickeln, das zudem permanent in die digitalisierte Intensivstation implementiert werden kann. Zukünftig wird es dann auf Basis der klinischen Werte der Patienten eine individuelle Dosierungsempfehlung von Antibiotika geben“, erklärt Barbara Sitek. Das Team rund um Sitek entwickelt den Ansatz zur digitalen Dosierungsanpassung von Antibiotika als Piloten und stellt ihn im Anschluss den Häusern im Verbund der Knappschaftskliniken GmbH zur Verfügung. Das Modell ist auf allen Intensivstationen mit Patientendatenmanagementsystem übertragbar und könne problemlos implementiert werden, teilt das Klinikum mit. Zudem ließe sich das Modell nach erfolgreicher Entwicklung auch auf weitere Erkrankungen und Medikamente anwenden. 

 

Mehr zum Thema
Oftmals wird eine Sepsis zu spät erkannt. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat deshalb eine Aufklärungskampagne gestartet, die auch den Blick des medizinischen Personals schärfen will. Mehr dazu im Fachbeitrag "Sepsis richtig erkennen" (f&w 8/2021).

 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich