Wegen Defizit

Radikalumbau am Hersfelder Klinikum

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Radikalumbau am Hersfelder Klinikum
© GettyImages/imaginima

Nachdem das Klinikum Hersfeld-Rotenburg immer weiter ins Defizit gerutscht ist, stehen nun massive Einsparungen und Umstrukturierungen auf dem Plan. Das berichtet die Hersfelder Zeitung (HZ)

Bereits im Februar war von einem Defizit in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrages die Rede. Konkret geht es um 13,2 Millionen Euro für das Jahr 2019. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre weiter fort. 2017 lag das Defizit bei 4,6 Millionen und 2018 bei 7,6 Millionen Euro.

Die Gutachter von Curacon wollten Ende August ein endgültiges Konzeptpapier vorlegen, heißt es. Bekannt sei bisher, dass eine Konzentration im Bereich der Akutmedizin empfohlen wird. Demnach sollen im Verlauf der kommenden drei Jahre doppelte Abteilungen wie die Kardiologie abgebaut werden, stationäre Angebote in ambulante überführt und kleine Versorgungsstrukturen gebündelt werden. Ein Ausbau der ambulanten Medizin solle eine weitere Säule des Unternehmens sein. Das Herz-Kreislauf-Zentrum in Rotenburg soll nach Bad Hersfeld verlegt werden. Wie die HZ berichtet, kündigte Geschäftsführer Rolf Weigel an, dass der Personalstand künftig "deutlich abgesenkt" werde.

In der Kommunalpolitik wirft das Vorgehen des Klinikums Fragen auf. Der SPD-Unterbezirk fordert, dass Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Michael Koch schnellstmöglich eine Sondersitzung des Aufsichtsrates einberufen werde, um offene Fragen zu klären. Unklar sei, wie die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Klinikums aussehe, oder wieso die Geschäftsführung ankündige, nicht auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Auch die zeitliche Reihenfolge der Maßnahmen und die genaue Umsetzung werden hinterfragt.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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