Corona-Tagebuch

Reha-Klinik geschlossen und Kurzarbeit

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Reha-Klinik geschlossen und Kurzarbeit

Da die klassische orthopädische Anschlussheilbehandlung momentan im Grunde gar nicht mehr stattfindet, mussten wir unsere Einrichtung in Frankfurt vor etwa einer Woche schließen. Unsere Reha-Klinik in Bad Orb ist momentan im Schnitt zu 50 Prozent ausgelastet – das sind Patienten, die über eine Anschlussheilbehandlung in die Klinik kommen. Das genügt natürlich nicht für einen kompletten Betrieb, sodass wir unsere Mitarbeiter jetzt in Kurzarbeit schicken müssen.

Ich hoffe sehr, dass die strengen Maßgaben zeitnah gelockert werden und die Krankenhäuser ihren normalen Betrieb nach und nach wieder hochfahren. Denn es macht doch keinen Sinn, Menschen vor Covid-19 zu schützen, aber sie dann beispielsweise an einer Herzinsuffizienz sterben zu lassen. Bestimmte OPs lassen sich nicht unbegrenzt aufschieben. Unser Gesundheitssystem ist nun einmal nicht schwarz-weiß sondern ein Regenbogen an Versorgungsangeboten, Einnahmen und Ausgaben. Da kann man nicht mit einer einzigen linearen Leerstandspauschale das System retten.

Wir Reha-Kliniken haben ja einen soliden Schutzschirm bekommen. Er entschädigt Kliniken für die jetzigen Verluste etwa zu 75 Prozent. Ich denke, Reha-Einrichtungen, die vor der Coronakrise keine wirtschaftlichen Probleme hatten, werden mit Hilfe der Schutzschirme je nach Dauer die Krise gut überstehen. Ein Problem ist dabei allerdings die unterschiedliche Herangehensweise der Kostenträger: Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) zieht beispielsweise die Kurzarbeit beim Schutzschirm wohl vom Betrag ab, während die GKV die Kurzarbeit als individuelle Leistung des Mitarbeiters zu recht nicht auf den Entschädigungsanspruch anrechnet. Das ist völlig verschieden.

Unsere Klinik hat sich ja bereits vor einiger Zeit bereit erklärt, Corona-Patienten aufzunehmen, die nicht mehr ansteckend sind. Eine Abteilung haben wir dafür bereits vorbereitet, doch noch immer sind wir in Verhandlungen mit den Kostenträgern über die Abrechnung des Ganzen. Von der Idee, als Reha-Klinik alternativ Kurzzeitpflege anzubieten, halte ich nichts. Denn zum Einen haben wir dafür gar nicht das Personal, zum Anderen sind das zwei völlig verschiedene Finanzierungsbereiche. Dieser Weg kommt für uns daher nicht infrage.  

Autor

 Georg Freund

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