OPS-Strukturprüfungen

Richtlinie mit sportlichen Fristen ist da

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Richtlinie mit sportlichen Fristen ist da
© GettyImages/takasuu

Die Richtlinie zur Einhaltung von OPS-Strukturmerkmalen in Krankenhäusern (StrOPS-R) ist vom Gesundheitsministerium genehmigt und vom Medizinische Dienst der Krankenkassen (MD) veröffentlicht worden (zum Download der Richtlinie). Das Werk des MD wurde mit Spannung erwartet. Denn die Strukturprüfungen sind Voraussetzung dafür, dass Krankenhäuser bestimmte Leistungen mit den Krankenkassen abrechnen können. Das betrifft insgesamt 53 verschiedene Krankenhausleistungen. In der jetzt amtlichen Richtlinie bleiben die bereits in einem ersten Entwurf festgesetztzen Fristen bestehen – und die sind außerordentlich sportlich: Für die bislang schon durchgeführten Leistungen endet die Beantragungsfrist am 30. Juni. Für Prozeduren, die im Jahr der Antragstellung noch nicht erbracht werden, endet die Frist am 30. September.

DKG kritisiert neue "Kontrollbürokratie"

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisiert die Richtlinie scharf. Krankenhäuser seien nun mit einer tief in die Organisationsabläufe eindringenden Kontrollbürokratie konfrontiert. Strukturprüfungen verlangten Kliniken etwa die Angabe über Qualifikationen zahlreicher Beschäftigte ab. Wiederholt würden selbst die Namen und Vornamen von Mitarbeitern abgefragt. "Die Krankenhäuser müssen darüber hinaus zahlreiche Dienstpläne unterschiedlicher Berufsgruppen für mindestens drei aufeinanderfolgende Monate des vergangenen Jahres vorlegen", moniert die DKG.

Klinikärzte sehen Stroke Units in Gefahr

Im Vergleich zum ersten Entwurf aus dem Dezember 2020 sind in der nun veröffentlichten Richtlinie außerdem mehre Verschärfungen eingewoben, beispielsweise die Nachweise zu vorgehaltenen Geräten, Untersuchungs- und Behandlungsverfahren, Nachweis der Stellenanteile der an der Behandlungsleitung beteiligten Personen. Auch dieser Umstand sorgt für Unmut in der Klinikszene. „Die Kliniken machen gute Medizin, haben ihre Strukturen und Prozesse im Griff und werden nun mit Nachweisverpflichtungen konfrontiert, die innerhalb der um 3 Monaten verkürzten Vorbereitungszeit nicht umsetzbar sind“, kritisiert der Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK). Die Kliniken würden Gefahr laufen, dass aufgrund der verkürzten und erschwerten Nachweisführung mehr als die Hälfte der anstehenden Strukturprüfungen für sie negativ verlaufen werden. „Dies wird mit Erlösverlusten in Millionenhöhe einhergehen und manche langjährig etablierte klinische Struktur wie die Stroke-Units existentiell gefährden“, warnt VLK-Präsident Dr. Michael Weber.

Die Einführung der Strukturprüfungen hat sich durch Corona um ein Jahr auf 2022 verzögert (BibliomedManager berichtete).

Autor

 Jens Mau

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