Debatte um Intensivkapazitäten

Schrappe-Gruppe erneuert Kritik an Datenqualität

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Schrappe-Gruppe erneuert Kritik an Datenqualität
Die wachen Patientinnen und Patienten sehen oft über Wochen hinter Schutzkleidung vermummte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit die Patientinnen und Patienten nicht frieren, liegt die Raumtemperatur bei etwa 24 Grad. Die größtenteils aus Plastik bestehende Schutzausrüstung und die körperliche Pflegearbeit sind sehr belastend für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. © Mühlenkreiskliniken/Kai Senf

Nach der massiven Kritik an ihrer Ad-hoc-Stellungnahme hat sich die Autorengruppe um den Gesundheitsforscher Matthias Schrappe nun mit einem weiteren Papier zu Wort gemeldet. In den "ergänzenden Materialen Nr. 1" erneuern die sieben Verfasser ihre Kritik an Datenqualität und -mangel zur Bettenverfügbarkeit in der Coronakrise. Zu den Ausgleichszahlungen und zur Bereitstellung von Personal auf den Intensivstationen wollen sich die Autoren gegebenenfalls noch später äußern.

"In Fortführung der 3. Adhoc-Stellungnahme vom 17.5.2021 muss festgestellt werden, dass die Widersprüche und Inkonsistenzen innerhalb der vorliegenden Daten um so größer werden, um so mehr man in die Analyse einsteigt", heißt es. Es sei "schlicht unfassbar, dass es neben den offiziellen RKI-Daten noch weitere, in sich aber wiederum inkonsistente Datenquellen gibt, die zur Interpretation herangezogen werden müssen, so dass ein definitives Bild für die Öffentlichkeit kaum herzustellen ist." Einzelne Interpretationsversuche und -ansätze, die zum Beispiel in den FAQs der DIVI angeboten werden, seien von der Öffentlichkeit nicht oder nur schwer zu bewerten, "ganz abgesehen davon, dass sie ein sehr inkonsistentes und widersprüchliches Bild abgeben". Unter anderem bestünden zwischen den DIVI-Daten und den RKI-Zahlen Diskrepanzen, die sich einer logischen Erklärung weitgehend entzögen.

Auch die Zuverlässigkeit, Handhabbarkeit und Erreichbarkeit der Zahlen ist nach Ansicht der Autoren zweifelhaft. Zudem erneuern sie ihre Kritik, dass wichtige Daten überhaupt nicht vorlägen, zum Beispiel zur Demographie und Komorbidität. Dies könne nicht mit Schlagworten wie "Datenschutz" entschuldigt werden, sondern liege einzig und allein in mangelndem politischen Willen und in mangelnder Führungskraft.

Das vollständige Papier kann auf der Website von Matthias Schrappe heruntergeladen werden.

Autor

 Florian Albert

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