Krankenhausplanung

Top-Ökonomen fordern Föderalismusreform

  • News des Tages
Top-Ökonomen fordern Föderalismusreform
Prof. Dr. Lars Feld © Sachverständigenrat Wirtschaft

Der Kronberger Kreis, eine Gruppe von sechs renommierten Ökonomen, hat seine Vorschläge für eine große Krankenhausreform vorgelegt. Einer der Autoren ist Lars Feld, der Bundesfinanzminister Christian Linder (FDP) berät. 

Eine zentralisierte Krankenhausplanung auf Bundesebene, dazu eine monistische Krankenhausfinanzierung sowie mehr Krankenhauswettbewerb: Dies sind die wichtigsten Forderungen, mit denen sich sechs führende Ökonomen des "Kronberger Kreises" in die Debatte um eine Krankenhausreform einschalten. 

Insbesondere institutionelle Fehlanreize in den Bereichen Krankenhausplanung, -finanzierung und -wettbewerb hätten dazu geführt, dass zu viele Krankenhausbetten vorgehalten würden, es zu viele kleine Krankenhäuser gäbe und die Krankenhausinvestitionen zu gering seien, so Sprecher Lars Feld. Gewisse Überkapazitäten trügen zwar zu einer stärkeren Krisenresilienz bei, deren Planung sollte aber im Rahmen grenzüberschreitender Vereinbarungen auf europäischer Ebene erfolgen. 

In der bisherigen Krankenhausversorgung fehlt es an einer funktionsfähigen Abstimmung zwischen Regulierung und Wettbewerb. Die Krankenhausplanung sollte sich daher in Zukunft strikt darauf beschränken, die Eckpfeiler einer Mindest- (und womöglich einer Höchst-)versorgung festzulegen. Unter Berücksichtigung lokaler Besonderheiten sollte dies idealerweise auf Bundesebene geschehen. "Über die Ausgestaltung der Krankenhausversorgung im Übrigen sollte der Wettbewerb entscheiden – vor allem dort, wo keine Versorgungslücken auftreten", erklärt Heike Schweitzer (HU Berlin) in einer Pressemitteilung. 

Der Kronberger Kreis fordert zudem die Einführung einer monistischen Finanzierung in der Krankenhausversorgung. So sollten Anreize verringert werden, mit zusätzlichen Behandlungsfällen Deckungsbeiträge für ansonsten unterfinanzierte Krankenhausinvestitionen zu erzielen. Zudem plädieren die Ökonomen für mehr Preis- und Qualitätswettbewerb. Die Krankenkassen sollten mehr Möglichkeiten haben, die Krankenhauswahl ihrer Versicherten zu beeinflussen, etwa durch Selektivverträge. Ein wichtiger Baustein zum Schutz des Wettbewerbs ist aus ihrer Sicht zudem die Fusionskontrolle. Der Wettbewerb zwischen Krankenhäusern steigere nachweislich die Behandlungsqualität. "Statt der gegenwärtigen partiellen Ausschaltung der Fusionskontrolle im Krankenhaussektor, brauchen wir eine stärkere Fusionskontrolle", so Justus Haucap (DICE). 

Den Kronberger Kreis ist ein Zusammenschluss wirtschaftsliberaler deutscher Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler. Ihm gehören derzeit Clemens Fuest (Präsident des Ifo-Instituts), Justus Haucap (Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie, DICE), Heike Schweitzer (Humboldt-Universität zu Berlin), Volker Wieland (Geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability, IMFS), Berthold U. Wigger (Karlsruher Institut für Technologie, KIT) sowie Lars Feld an. Letzterer ist Sprecher und Direktor des Walter Eucken Instituts in Freiburg sowie persönlicher Berater von Bundesfinanzminister Linder. 

Zur kompletten Analyse auf der Website der Stiftung Marktwirtschaft

Autor

 Florian Albert

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich