Wissenschaftsrat

Universitätsmedizin soll gestärkt werden

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Universitätsmedizin soll gestärkt werden
© GettyImages/Wavebreakmedia

Der Wissenschaftsrat (WR) hat Empfehlungen zur Schlüsselrolle der Universitätsmedizin verabschiedet. Unter anderem sollen die Unikliniken die Gesundheitsversorgung in einer koordinierenden und konzeptionellen Funktion mitgestalten. Damit will der Wissenschaftsrat das bisherige Rollenverständnis der Kliniken mit dem klassischen Aufgabentrias von Forschung, Lehre und Krankenversorgung erweitern. 

Es sollte geprüft werden, wie die Universitätsmedizin bei künftigen gesundheitspolitischen Reformprozessen noch stärker berücksichtigt werden kann. Sie sollten eingebunden werden, damit eine effektive Nutzung ihres Potenzial für das Gesundheitssystem auf regionaler, überregionaler und nationaler Ebene möglich werde, heißt es in der Publikation des Wissenschaftsrats. Zur Finanzierung rät der WR den Trägerländern, ihre Anstrengungen hinsichtlich einer dynamischen Steigerung der  Grundfinanzierung für Forschung und Lehre fortzusetzen. Die Stärkung der Universitätsmedizin sollte als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern gesehen werden, auch was die Finanzierung betrifft.

Profil zukunftsfähig ausrichten

Der WR rät außerdem, dass die Universitätsmedizin auch Versorgungsdimensionen jenseits der kurativen Medizin berücksichtigen und ihr fachliches Profil erweitern sollte. Dazu sollten zusätzliche Expertisen, beispielsweise aus den Bereichen Versorgungsforschung, Epidemiologie, Medizininformatik, Public-Health-Forschung oder Gesundheitssystemforschung aufgebaut und einbezogen werden. Das Ziel sollte eine arbeitsteilig vernetzte, möglichst komplementäre Profilierung der universitätsmedizinischen Standorte sein.

Regionale Vernetzung

Der WR sieht die Universitätsmedizin in einer Schlüsselrolle bei der stärkeren Vernetzung und Koordinierung in der regionalen Versorgung. Regionale Versorgungsnetze, die verschiedene Einrichtungen und Professionen verbinden, hätten erhebliches Potenzial für die Verbesserung der Versorgung und nachhaltige Strukturinnovationen im Gesundheitssystem. Die Universitätsmedizin sollte an dieser Entwicklung beteiligt sein und als zentraler Akteur in regionalen Versorgungsnetzen aufgebaut werden. Die Krankenhausplanung sei das zentrale Steuerungsinstrument, mit dem die Länder die Rolle der Universtiätsmedizin in der regionalen Versorgungs anerkennen und verändern können. Dementsprechend sollten die Wissenschaftsministeriun systematisch in die Krankenhausplanung einbezogen werden, so der WR. 

Leistungsfähige Gesundheitssysteme bräuchten leistungsfähige Wissenschaftssysteme, um ein hohes Versorgungsniveau zu halten und auf Krisen wie die Covid-Pandemie reagieren zu können. Diese sei jedoch nicht die einzige Herausforderung für das Gesundheitssystem, sondern beispielsweise auch der demographische Wandel und Volkskrankheiten wie Krebs und Diabetes. "Umso wichtiger ist es zu klären, welche Rolle die Universitätsmedizin künftig im Gesamtsystem einnehmen soll", sagt die Vorsitzende des Wissenschaftsrats Dorothea Wagner.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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