Klinik-Stresstest

Weniger Patienten mit Akuterkrankungen behandelt

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Weniger Patienten mit Akuterkrankungen behandelt
© ©Werner Krueper Fotografie

Der neue "Klinik-Stresstest" von BibliomedManager und Mediqon zeigt, dass die Zahl der Behandlungsfälle während der Covid-19-Maßnahmen seit Mitte März um 55 Prozent zurückgegangen ist. Das Erstaunliche: Zwei Drittel davon entfallen auf Leistungen, die eigentlich Akutbehandlungen sind.

Überall in Deutschland sind planbare Operationen und Eingriffe gesunken. Eine Analyse der Daten von 100 Klinikstandorten untermauert dieses Wissen nun mit Zahlen. Die Erhebung des Beratungsunternehmens Mediqon für den "Klinik-Stresstest" hat ergeben, dass die Zahl der Behandlungsfälle während der Covid-19-Maßnahmen ab dem 16. März 2020 um 55 Prozent zurückgegangen ist. Mit dem Wiederhochfahren der Krankenhäuser ergibt sich die Frage, welche Elektivbehandlungen verschoben worden sind und sich nun im „Nachholbedarf“ befinden.

Nur ein geringer Teil der Patienten werden sich im Nachholbedarf wiederfinden

„Das sind Fragen unserer Kunden für ihren Forecast, für die Strategie oder einfach nur für die Liquiditätsvorschau. Das Erstaunliche ist aber, dass es sich bei nur einem Drittel des Rückgangs an Behandlungsfällen um Elektivbehandlungen handelt, zwei Drittel davon entfallen auf Leistungen, die eigentlich Akutbehandlungen sind“, sagt Sven Röming, Geschäftsbereichsleiter Business Development und Strategie bei Mediqon. „Das heißt, nur ein geringer Teil der Patienten, die während der Covid-19-Maßnahmen entfallen sind, werden sich im Nachholbedarf wiederfinden.“ 

Ein möglicher Faktor, warum weniger Akutbehandlungen durchgeführt wurden, sei die Angst der Patienten vor einer Infektion im Krankenhaus, sagt Röming. Ein weiterer möglicher Grund sei, dass es tatsächlich weniger Akuterkrankungen gegeben hat. „Das Verhalten der Bevölkerung hat sich durch Covid-19-Maßnahmen verändert“, sagt Röming. Das ließe sich auch belegen, beispielweise anhand der Oberschenkelbrüche. „Solche Brüche müssen im Krankenhaus behandelt werden. Im Analysezeitraum ist die Zahl jedoch um 66 Prozent zurückgegangen. Das ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass die Menschen ihre Aktivitäten eingeschränkt haben.“ 

Röming resümiert: „Eine Normalität wie vor Corona wird es, solange es Einschränkungen durch die Epidemie gibt, nicht geben.“ Je nachdem wie sich die Neuinfektionen und dem zufolge Lockerungen oder Beschränkungen des sozialen Lebens weiterentwickeln, ist es wichtig, nicht nur verschobenen Elektivbehandlungen durchzuführen, sondern einzuordnen, wo stationärer Versorgungsbedarf wegfällt oder durch COVID-19-Erkrankungen neu entsteht“, sagt Röming. „Unterm Strich heißt das: Noch nie mussten Krankenhäuser so flexibel sein wie jetzt, was ihre Prozesse und Kapazitäten angeht.“ Diese Flexibilität werde die Häuser an die finanzielle Belastungsgrenze bringen. „Diese Flexibilität wird es nicht zum Nulltarif geben können.“, sagt Röming. 

 

In der kommenden f&w berichten wir ausführlich über die "Kunst des flexiblen Hochfahrens". Abonnenten können den Fachartikel bereits jetzt lesen

Autor

 Christina Spies

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