Prof. Dr. Claus-Dieter Heidecke

"Wir müssen über die Rolle des IQTIG reden"

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"Wir müssen über die Rolle des IQTIG reden"
Prof. Dr. Claus-Dieter Heidecke © OBetke
Das IQTIG steht in der Kritik, Aufträge nicht fristgerecht zu erfüllen. Für dessen Chef Prof. Dr. Claus-Dieter Heidecke liegt das Problem auch in den G-BA-Arbeitsgruppen, die Aufträge so granulieren, dass sich das Puzzle am Ende nicht mehr zusammensetzen lässt. Aus Sicht des neuen Institutschefs muss das Institut deshalb viel früher eingebunden werden als bisher.

Sie sind kürzlich mit 65 Jahren als Chirurg und Ärztlicher Vorstand in den Ruhestand gegangen. Was hat Sie bewogen, gerade den Job beim IQTIG anzunehmen?

Ich habe mich in 20 Jahren klinischer Praxis bereits sehr viel mit Qualitätssicherung befasst und deshalb ist diese Position als Leiter des Qualitätsinstituts für mich eine sehr spannende Aufgabe.

Es ist ein Job, mit dem man sich nicht viele Freunde macht, denn die Qualitätssicherung hat keinen guten Ruf in der Szene. Das Steuern der Patientenströme durch Qualität funktioniert bis dato schlecht. Kassen, Kliniken, Politik und Verwaltung meiden das Thema: zu komplex, zu verfahren. Wie lässt sich dieser gordische Knoten aus Ihrer Sicht zerschlagen?

Hier sind die Rollen klar verteilt: G-BA und Trägerorganisationen steuern über Richtlinien. Das IQTIG trägt aktuell über seine Instrumente dazu bei, Qualitätsergebnisse sichtbar zu machen. Meine Aufgabe als Institutsleiter ist es, die Kommunikation mit dem G-BA zu verbessern. Mir ist natürlich klar, dass ich es in dieser Position nie allen Trägerorganisationen des Instituts recht machen kann, aber wir müssen dringend über das Selbstverständnis und die Rolle des IQTIG für das Gesundheitswesen reden.

Was meinen Sie damit?

Ich möchte, dass das IQTIG früher in die Qualitätsdiskussionen eingeschaltet wird. Ich sehe uns ein Stück weit als Impulsgeber für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und nicht bloß als Auftragnehmer. Mein Ziel ist, ein Partner auf Augenhöhe zu werden, also eine Instanz, die bei der Beauftragung konstruktiv mitwirken kann.

Sie stehen doch bereits in engem Austausch mit dem G-BA. Was schwebt Ihnen konkret vor?

Bisher ist es oft so: Grundsätzlich richtige Aufträge werden von den G-BA-Arbeitsgruppen so granuliert, dass sich das Puzzle am Ende nicht mehr zu einem großen Bild zusammensetzen lässt. Wir sollten die Aufträge in Zukunft so mitausgestalten können, dass so etwas weniger häufig passiert.

Im Klartext heißt das, die vielen gerissenen Fristen des IQTIG hängen mit den Anpassungen der Aufträge in den Arbeitsgruppen des G-BA zusammen?

Ja, auch. Oft kommen immer noch Zusatzaufgaben hinzu und am Ende ist es eben schwer mit der Termintreue. Dadurch entsteht mitunter eine Kleinteiligkeit, die sich nach außen kaum noch vernünftig abbilden lässt. Aus meiner Sicht sollte der G-BA mit uns gemeinsam ein Bild definieren, wie Qualitätssicherung in Zukunft aussehen sollte.

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Das komplette Interiew ist in der Mai-Ausgabe von f&w erschienen.

Autor

 Jens Mau

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