Studie von Bitkom und Hartmannbund

WLAN wird in Krankenhäusern schon häufig angeboten

  • News des Tages
WLAN wird in Krankenhäusern schon häufig angeboten
© Getty Images/Natali_Mis

Deutschlands Krankenhäuser und Arztpraxen werden digitaler. Zugleich messen Ärztinnen und Ärzte der Digitalisierung eine steigende Bedeutung für das Gesundheitswesen bei und mahnen einen schnelleren Ausbau digitaler Medizin an. So sagen 78 Prozent aller Ärztinnen und Ärzte, Deutschland hänge im Vergleich zu anderen Ländern bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems zurück. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage, die der Digitalverband Bitkom gemeinsam mit dem Ärzteverband Hartmannbund unter mehr als 500 Medizinerinnen und Medizinern in Deutschland durchgeführt hat. Zwei Drittel (67 Prozent) fordern mehr Tempo bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens, ebenfalls eine deutliche Steigerung gegenüber 2020 (57 Prozent).

Digitalisierung ist Chance für die Medizin

Mehr als drei Viertel der Arztinnen und Ärzte in Deutschland (76 Prozent) sehen die Digitalisierung grundsätzlich als Chance für die Medizin – 2020 waren es noch 67 Prozent. Demnach sind zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten der Ansicht, digitale Technologien würden die medizinische Versorgung der Menschen grundsätzlich verbessern. Die Hälfte (50 Prozent) verbindet damit auch eine Senkung der Kosten für das Gesundheitssystem. „Die Corona-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, dass Zettelwirtschaft und analoge Verfahren ein Verfallsdatum haben", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

WLAN wird in Krankenhäusern schon häufig angeboten

So werden in Krankenhäusern und Arztpraxen bereits vielfach digitale Anwendungen genutzt oder angeboten, nicht nur in der Verwaltung, sondern ebenso bei Diagnose und Behandlung sowie bei Konsilen mit anderen Medizinerinnen und Medizinern. Unter den Klinik-Ärztinnen und -Ärzten geben bereits 71 Prozent an, dass ihr Krankenhaus WLAN für Patientinnen und Patienten bereitstellt. Bei weiteren 20 Prozent ist dies zwar nicht der Fall, die Befragten halten es aber für sinnvoll.

Die Hälfte wünscht sich Einsatz von KI

Bei Diagnose und Behandlung ist High-Tech in den Kliniken noch nicht in der Breite im Einsatz, wird aber von vielen gewünscht. So werden bei einem Fünftel der Krankenhausärztinnen und -ärzte (19 Prozent) Roboter zur Unterstützung bei Operationen und Eingriffen genutzt. 25 Prozent derjenigen, bei denen dies nicht der Fall ist, halten Robotik im OP jedoch für sinnvoll. Künstliche Intelligenz (KI) etwa zur Auswertung von Röntgen- oder MRT-Bildern ist bei knapp einem Zehntel (9 Prozent) in der Klinik im Einsatz, weitere 54 Prozent nutzen KI in ihrem Haus nicht, würden dies aber befürworten. Virtual Reality für Trainingszwecke oder Operationen wird bei 8 Prozent genutzt, zwei Drittel (65 Prozent) finden die Technologie für ihr Krankenhaus sinnvoll. 

Auch telemedizinische Anwendungen finden in der Klinik zunehmend Verbreitung: Bei 32 Prozent werden Telekonsile mit anderen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt, bei 14 Prozent werden Videosprechstunden angeboten, bei einem Zehntel (10 Prozent) werden bestimmte Untersuchungen oder OPs von Fachleuten per Video aus der Ferne unterstützt. 

Das Fax wird in der ärztlichen Kommunikation noch häufig genutzt

Die Kommunikation verläuft insgesamt noch überwiegend analog. Vor allem das Telefon ist das Mittel der Wahl – sei es für den Austausch mit Praxen (83 Prozent), mit Kliniken (80 Prozent) oder mit Patientinnen und Patienten (86 Prozent).  Überwiegend E-Mails zur Kommunikation mit anderen Praxen nutzt immerhin fast jeder und jede Dritte (30 Prozent). In der Kommunikation mit Kliniken ist es ein Viertel (24 Prozent) und mit Patientinnen und Patienten 39 Prozent. Das Fax wird dagegen deutlich häufiger genutzt: 63 Prozent der Medizinerinnen und Mediziner in Deutschland kommunizieren per Fax mit Praxen, 57 Prozent nutzen das Fax im Austausch mit Kliniken und 16 Prozent zur Kommunikation mit Patientinnen und Patienten.

Rezepte werden weit überwiegend auf Papier ausgestellt

Auch Medikamente werden weit überwiegend per Papierrezept verordnet. Gerade einmal 1 von 100 Ärztinnen und Ärzten stellt regelmäßig auch elektronische Rezepte aus, weitere 4 Prozent tun dies vereinzelt. 57 Prozent tun dies nicht, können es sich aber künftig vorstellen. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) schließt dies kategorisch aus.

Lediglich 6 Prozent haben schon mal eine ePA genutzt

Relativ große Zurückhaltung gibt es noch bei der elektronischen Patientenakte (ePA). Erst 6 Prozent der Ärztinnen und Ärzte haben bereits die ePA von Versicherten genutzt. Lediglich 14 Prozent weisen ihre Patientinnen und Patienten aktiv auf die ePA hin. 29 Prozent der Ärzteschaft nutzen die ePA nicht, weil sie nicht die nötige technische Ausstattung dafür haben, weitere 13 Prozent würden sie zwar gern nutzen, verweisen aber darauf, dass die Patientinnen und Patienten dies nicht möchten. 18 Prozent schließen die Nutzung grundsätzlich aus und 20 Prozent wollen sie aus „sonstigen Gründen“ nicht nutzen. Der Anteil der Unentschlossenen ist mit 15 Prozent vergleichsweise hoch. 

Autor

 Christina Spies

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich