Von der Ausbildung zum Krankenpfleger bis in führende Positionen im Krankenhaus: Michael Müller blickt auf prägende Bewerbungsgespräche, die Herausforderungen der Coronapandemie und die Zukunft der Pflege zurück.
Wie lief Ihr erstes Einstellungsgespräch?
Das war 1985 für die Ausbildung zum Krankenpfleger. Mein Gegenüber fragte mich damals, ob ich Henry Dunant, den Gründer des Roten Kreuzes, kenne. Durch mein schon frühes Engagement bei einem DRK-Ortsverband konnte ich die Frage natürlich beantworten. Das erste Einstellungsgespräch mit der Geschäftsführung der Städtischen Kliniken Mönchengladbach verlief etwas anders. Hier konnte ich meine umfassende Führungserfahrung direkt gut einbringen. Prägend war für mich die Form des Auswahlprozesses, da hier ein Personalausschuss die Empfehlung an den Aufsichtsrat gibt. Das war neu für mich, allerdings eine Bereicherung.
Was war Ihr einprägsamstes Erlebnis während eines Bewerbungsgesprächs?
Bei der Bewerbung für meine erste Pflegedirektorenstelle fragte mich der Aufsichtsratsvorsitzende vor einem großen Auditorium, wie ich Geld einsparen möchte. Ich antwortete ihm, dass ich lieber Geld verdienen möchte, um die Mitarbeitenden anständig zu bezahlen. Das kam sehr gut an. Dieses Thema begleitet mich bis heute: Ich kenne die Pflege vor und nach der Einführung des Pflegebudgets. Durch die kommenden Einsparungen wird sich die Situation wieder verändern. Das wird in den nächsten fünf Jahren ein Spagat und die Führungskräfte fordern, um die richtigen Weichen zu stellen.
Was war zuletzt Ihre größte berufliche Herausforderung?
Die Coronapandemie. Hier ging es vor allem darum, Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden durch Präsenz vor Ort maximale Sicherheit zu vermitteln. Meine langjährige Berufserfahrung hat mir dabei enorm geholfen.
Welche drei Apps nutzen Sie auf Ihrem Smartphone am häufigsten?
Meine Banking-App, Whatsapp und Google Maps.
Was tun Sie in Ihrer Freizeit am liebsten, um zu entspannen?
Ich spiele Fußball, reise gerne und fahre mit meiner Harley.