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G-DRG-System

1,68 Prozent mehr für Personal

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Die vom Gesetzgeber in der zurückliegenden Wahlperiode induzierte finanzielle Besserstellung von konservativen personalintensiven Therapien im Vergleich zu operativen Eingriffen im System der Fallpauschalen hat 2017 zu einer Aufwertung der Personalkosten um 1,68 Prozent geführt. Das führte Frank Heimig, Leiter des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), am Donnerstag auf dem Herbstsymposium der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling (DGfM) aus. Die Sachkosten in den Kliniken wurden demnach um 6,47 Prozent abgewertet. 

Heimig teilte ferner mit, dass die Erweiterung der Kalkulationshäuser für das Krankenhaus-Entgeltsystem 2019 weitgehend reibungsfrei funktioniert habe. „Was die neuen Kalkulationshäuser an Fehlern gemacht haben, entspricht den Fehlern der anderen“, sagte Heimig. Überraschend wenig Probleme habe es beispielsweise bei der Abgrenzung von Investitionskosten zu anderen Kosten gegeben. Seit 2016 zieht das InEK jährlich im Losverfahren Krankenhäuser, um die Repräsentativität der Stichprobe für die Kalkulation der Kosten und damit der Entgelte in den Krankenhäuser sicher zu stellen. 

Insgesamt soll es 2019 35 neue DRG geben, 18 davon für Extremkostenfälle. Dies sei auch Ergebnis der neuen Kalkulationshäuser, sagte Heimig. Der InEK-Leiter ging auch auf das Problem der Prüfungen der Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) ein. Bisher habe es zu einer fehlenden Kongruenz von Kosten- und Verweildauertagen geführt, wenn der MDK Pflegetage als nicht notwendig beurteilt und damit die Vergütung gekürzt habe. Dies habe zu höheren Kosten pro Pflegetag geführt. Heimig sagte, dass dies mittlerweile einen „nennenswerten Anteil“ betreffe. Deshalb würden Verweildauern in der Kalkulation nun ebenfalls zurückgesetzt.

Heimig nannte folgende Punkte als „differenzierte G-DRG-Weiterentwicklung“ 2019:

  • Bisher deutlichste klassifikatorische Verbesserung in der Vergütung für die Behandlung von Kindern,
  • Weiterentwicklung der Abbildung von Pflegeleistungen,
  • extrem große Anzahl relevanter Umbauten im G-DRG-System,
  • Verbesserung der Abbildung von Extremkostenfällen und
  • differenzierte Weiterentwicklung u.a. durch Präzisierung der Funktion „Komplizierende Konstellationen“ als Marker für Fälle mit höherem Behandlungsaufwand

Den Beginn seiner Rede hatte Heimig süffisant eingeleitet und den anwesenden rund 500 Medizincontrollern geraten: „Hören Sie zu und kritisieren Sie das DRG-System, solange Sie es noch haben.“ CDU, CSU und SPD planen mit der Ausgliederung der Pflegekosten einen erheblichen Eingriff in das System der Fallpauschalen. 

Autor

Dr. Stephan Balling

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