Baden-Württemberg

Personalmangel in Kliniken verschärft sich weiter

  • News des Tages
Personalmangel in Kliniken verschärft sich weiter
© Gettyimages.com/alvarez

Weit mehr als 80 Prozent der Krankenhäuser und Reha-Kliniken in Baden-Württemberg haben Schwierigkeiten, Pflegekräfte zu finden. Das hat eine Umfrage der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) ergeben. Auch Ärzte zu finden, falle den Einrichtungen schwer. Mehr als zwei Drittel der Krankenhäuser und weit mehr als 80 Prozent der Reha-Kliniken haben damit Probleme. „Die Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden, werden immer größer und die Folgen für die Versorgung der Menschen im Land sind mittlerweile deutlich spürbar“, so der BWKG-Vorstandsvorsitzende Detlef Piepenburg.

Der Personalmangel wirkt sich laut der Umfrage in vielen Krankenhäusern auf die Versorgung aus. So hätten fast 70 Prozent der allgemeinen Krankenhäuser in den vergangenen zwölf Monaten Betten oder Abteilungen wegen Personalmangels zeitweilig geschlossen. In den meisten Krankenhäusern wurden dabei Betten in der Intensivstation geschlossen.

Der Fachkräftemangel wirke sich zudem auf das Zusammenspiel von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Reha-Kliniken aus, erklärte Detlef Piepenburg. So sei es häufig schwierig, für Krankenhauspatienten nach der Entlassung die passende Anschlussversorgung in der ambulanten oder stationären Pflege zu finden. Aufgrund von fehlendem Personal können Pflegeplätze nicht belegt werden. Pflegeplätze für psychisch auffällige oder suchtkranke Patienten fehlten ganz generell.

Die Krankenhäuser würden die oft sehr alten Patienten in diesen Fällen so lange versorgen, bis die Anschlussversorgung sichergestellt sei. Diese Fälle würden dann aber nicht selten vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ganz genau begutachtet. Häufig werde nach Aktenlage entschieden, dass der Patient theoretisch früher hätte entlassen werden können oder seine Behandlung im Krankenhaus gar nicht erforderlich gewesen sei. Dann werde die Vergütung des Krankenhauses gekürzt oder sogar ganz gestrichen.

Erschwerend kämen nun Änderungen durch das MDK-Reformgesetz hinzu: Wenn Rechnungen wegen einer MDK-Prüfung gemindert werden, müssen Kliniken künftig eine Strafe von mindestens 300 Euro zahlen. "Das ist absolut nicht gerechtfertigt und zutiefst ungerecht", so Piepenburg, "Krankenhäuser, die die Patienten aus Fürsorge länger versorgen, dürfen dafür nicht auch noch bestraft werden." Krankenhäuser sollten stattdessen eine angemessene Vergütung dafür erhalten, dass sie die Patienten weiter versorgen, die nicht entlassen werden könnten. Hier müsse der Gesetzgeber handeln, wie auch ein aktuelles Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) gezeigt habe. Das Gericht hatte in einem Fall entschieden, in dem ein Patient länger im Akutkrankenhaus geblieben war, weil kein Platz in einer Reha-Einrichtung frei war. In diesem Fall müsse eine Krankenkasse die Kosten für den längeren Aufenthalt übernehmen, so das Urteil.

Autor

 Hendrik Bensch

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche


Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich