IGES-Studie

Robotergestützte Pflege steht auch in Japan noch am Anfang

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Robotergestützte Pflege steht auch in Japan noch am Anfang
Sozio-assistive Roboter wie Pepper werden nach Angaben der Studie nur manchmal genutzt. © Bibliomed/Hollmig

Eine Studie des IGES Institut für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat ergeben, dass robotergestützte Pflege in Japan, ähnlich wie in Deutschland, nur sporadisch zum Einsatz kommt.

Obwohl Japan durch zahlreiche Förderprogramme für die Entwicklung digitaler Assistenzsysteme eine klare IT-Strategie verfolge, gebe es nur wenige Produkte, die die Pflegekräfte bei ihrer täglichen Arbeit wirksam unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung des IGES. Das Angebot beschränke sich auf Mobilitäts- und Transferhilfen, Telepräsenzrobotik und Emotionsroboter. Im pflegerischen Alltag seien derartige Anwendungen kaum zu finden.

Als Ursache wurden in Interviews mit japanischen Pflegeexperten Informations- und Kommunikationsbarrieren genannt, die eine Verbreitung innovativer Produkte verhindern, heißt es weiter. Erkenntnisse der Grundlagenforschung würden oft nicht in den Versorgungsalltag implementiert. Auch mangelende Kenntnis über aktuelle Produkte, fehlende Nutzerfreundlichkeit, hohe Preise oder fehlende Schulungen hemmen - sowohl in Japan als auch in ähnlicher Weise in Deutschland - die Verbreitung.

Aus den Ergebnissen der Studie leiten die Experten von IGES Handlungsempfehlungen ab: So bedürfe es zunächst einer grundlegenden Auseinandersetzung über die Folgen der Digitialisierung in der Pflege. Bei der Produktentwicklung müsse ein stärkerer Fokus auf Praxistauglichkeit und den Bedarf berücksichtigt werden. Auch verstärktere Schulungen für Pflegekräfte aber auch für Pflegebedürfte seien dringend erforderlich. Zum Schluss sollten finanzielle Anreize geschaffen werden, um die Verbreitung neuer Technologien zu fördern.

In Deutschland beteilige sich seit 2019 die Pflegeversicherung an der Anschaffung digitaler und technischer Ausrüstung in Pflegeeinrichtungen mit bis zu 12.000 Euro pro Maßnahme. Die Mittel werden nach Angaben des IGES noch zögerlich abgerufen.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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