Corona-Krise

Reinhardt fordert mehr Unabhängigkeit von Fernost

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Reinhardt fordert mehr Unabhängigkeit von Fernost
Dr. med. Klaus Reinhardt © Bundesärztekammer

Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, hält einen Komplettumbau des deutschen Gesundheitswesens für unnötig und sogar schädlich. Im internationalen Vergleich sei das System hierzulande am besten mit der Pandemie fertig geworden, so Reinhardt in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse

Dennoch sollten aus der Krise Lehren gezogen werden. Deutschland und Europa müssten bei Schutzausrüstung und Medikamenten die Abhängigkeit von Fernost deutlich reduzieren und eigene Produktionsstätten fördern. Vor allem in Alten- und Pflegeheimen hätte es große Defizite mit der nötigen Schutzkleidung und Masken gegeben. Inzwischen seien diese jedoch deutlich besser ausgestattet.

Krankenhäusern sollte zudem das Vorhalten von Technik und Personal finanziert werden. Weiterhin betont Reinhardt, dass Kliniken Einrichtungen der Daseinsfürsorge und keine Industriebetriebe seien. Es sollte sich in das kollektive Gedächtnis "einbrennen", dass Krankenhäuser dem Patienten, nicht dem Profit dienen. Es sei auch alarmierend, dass Menschen aus Angst vor Corona nicht mehr in die Kliniken oder in Praxen gingen. Zuletzt habe es 30 Prozent weniger Herzinfarkt-Patienten gegeben, aber nicht weniger Herzinfarkte. Wichtige Behandlungen oder Vorsorgeuntersuchungen wurden verschoben, was ebenfalls ein Problem darstellt. "Menschen mit Tumorerkrankungen oder auch einer Hüftgelenks-Arthrose haben dasselbe Recht auf eine Behandlung wie Corona-Patienten", so Reinhardt. Es müsse gründlicher und detaillierter abgewogen werden und auf die Verhältnismäßigkeit aller Maßnahmen geachtet werden.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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