Begleitforschung PEPP-Einführung

Keine Verschlechterung durch Fallpauschalen in der Psychiatrie

  • News des Tages
Keine Verschlechterung durch Fallpauschalen in der Psychiatrie
© Gettyimages/lorenzoantonucci

Viele Befürchtungen, die mit der Einführung des pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP) verbunden waren, sind offenbar nicht eingetreten. Dies zeigt der nun vorgelegte Endbericht des zweiten Forschungszyklusses, den das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) veröffentlicht hat. Er basiert auf Daten für die Jahre 2011 bis 2018 und ermöglicht unter anderem einen Vergleich vor und nach der freiwilligen budgetneutralen Einführung des Entgeltsystems sowie zwischen optierenden und nicht optierenden Häusern.

Im Berichtszeitraum gab dem demnach keine Veränderungen in den Strukturen (bspw. Anzahl der beschäftigten Ärzte und Psychologen), bei der Fallzahl und der Behandlung von Patienten in der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung, die in einem Zusammenhang mit der Einführung des PEPP-Entgeltsystems stehen, heißt es in dem Bericht. Auch bei der Qualität konnten die Forscher des Hamburg Center for Health Economics und des BQS keine Veränderungen nachweisen, die in zeitlichem Zusammenhang mit der Einführung des PEPP-Entgeltsystems steht.

Allerdings gibt es Unterschiede in bei der Prozess- und Strukturqualität zwischen den Einrichtungen, die zwischen 2013 und 2017 optiert bzw. nicht optiert haben, etwa bei der Erfüllung und Ausfinanzierung des Personalbedarfs gemäß Psych-PV) sowie klinischer Abläufe. So werden Optionshäuser beispielsweise sehr viel häufiger ein Entlassmanagement an als Nicht-Optionshäusern. Zudem bewerten sie ihre Behandlungserfolge insgesamt etwas positiver. Allerdings konnte in den PEPP-Optionshäusern in der Zeit ab 2013 eine Zunahme des Anteils der gegen ärztlichen Rat entlassenen Krankenhausfälle inferenzstatistisch nachgewiesen werden, schreiben die Autoren.

Ein gemischtes Bild zeige sich zudem in Bezug auf die Veränderung des Zugangs zur psychiatrischen Versorgung, wenngleich auch hier kein Zusammenhang mit der Einführung des PEPP zu beobachten sei. Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass in der Untersuchung noch keine Daten für die Zeit nach der verpflichtenden bzw. faktischen Einführung des PEPP-Systems zur Verfügung standen.

Der vollständige Bericht kann auf der Website des InEK heruntergeladen werden.

Autor

 Florian Albert

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche



Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich