TK-Monitor Patientensicherheit

Patientensicherheit: Jeder Zweite rechnet mit falschen Diagnosen

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Patientensicherheit: Jeder Zweite rechnet mit falschen Diagnosen
Paramedics and nurse pulling hospital trolley, © GettyImages/vm

Jeder Zweite hält es für wahrscheinlich, eine falsche Diagnose zu erhalten oder sich mit einem "Krankenhauskeim" zu infizieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Techniker Krankenkasse. Die Ergebnisse wurden anlässlich des Tages der Patientensicherheit im TK-Monitor Patientensicherheit veröffentlicht.

Für die Erhebung hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im November 2019 und im August 2020 jeweils 1.000 Menschen befragt. Demnach halten es etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten für wahrscheinlich, eine falsche Diagnose zu erhalten. 24 Prozent vermuten, in den vergangenen zehn Jahren schon einmal einen Fehler im Rahmen einer medizinischen Behandlung erlebt zu haben. Doch nur jeder Dritte der Betroffenen gibt diesen Verdacht auch tatsächlich weiter. Was in solchen Fällen passiert, werde aber weder systematisch erfasst noch ausgewertet.

"Wenn wir solche vermeidbaren, unerwünschten Ereignisse so weit wie möglich reduzieren wollen, müssen alle Beteiligten bereit und kompetent sein, dazu beizutragen. Dafür braucht es auch Erkenntnisse aus der Dokumentation von früheren Fehlern aber auch positiven Erlebnissen, um daraus zu lernen", sagt Hardy Müller, TK-Beauftragter für Patientensicherheit. Aus Erfahrungen zu lernen, sei ein Prinzip, das auch für Patientensicherheit großes Potenzial habe. Das Vertrauen in das Gesundheitswesen sei insgesamt dennoch groß und die Mehrheit der Patienten fühle sich zur Patientensicherheit gut oder sehr gut informiert, so das Ergebnis der Befragung.

Corona-Pandemie: Gemischte Gefühle

Ein Aspekt der Befragung war auch, wie sich die Corona-Pandemie auf die Haltung zur Patientensicherheit auswirkt. Hier äußerten die Befragten sowohl Vertrauen als auch Sorgen. Demnach haben 48 Prozent Angst, sich mit dem Virus zu infizieren. 71 Prozent haben dagegen keine Bedenken, eine Haus- oder Facharztpraxis aufzusuchen. Krankenhausbesuche werden dagegen etwas kritischer gesehen. Knapp die Hälfte (48 Prozent) hat auch hier keine Bedenken, 36 Prozent leichte und 16 Prozent große Bedenken. 

Insgesamt fielen bei jedem Dritten Termine bei Ärzten, Pflegediensten oder Therapeuten aus. Mehrheitlich wurden diese zwar vom Leistungserbringer abgesagt, doch auch Patienten sagten die Termine ab, zumeist (70 Prozent) aus Angst vor einer Corona-Erkrankung. Auch Rücksichtnahme spielte eine Rolle, denn 38 Prozent gaben an, mit der Absage das Gesundheitssystem entlasten zu wollen. "Hier zeigt sich ein großes Verantwortungsbewusstsein der Patienten und ihre Solidarität mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen", so ein Fazit von Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Patientenbeauftragte der Bundesregierung. Dass sich viele Menschen Sorgen machten, solle für alle im Gesundheitswesen Anlass und Verpflichtung sein, weiter aktiv am Thema Patientensicherheit zu arbeiten. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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