Corona-Update

Hessische Kliniken an der Belastungsgrenze, DIVI gegen berufsbezogene Impfpflicht

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Hessische Kliniken an der Belastungsgrenze, DIVI gegen berufsbezogene Impfpflicht
© ©Werner Krueper Fotografie

+++ DIVI: Impfung der Schlüssel zum Erfolg +++

Prof. Dr. Gernot Marx beschreibt die momentane Corona-Lage als "besorgniserregend". Sie sei momentan "nicht unter Kontrolle", so der DIVI-Präsident in einer Pressekonferenz am Montag. Die Entwicklung sei ähnlich wie im vergangenen Herbst, jedoch gibt es weniger Intensivbetten als vor einem Jahr. Viele Pflegekräfte hätten aufgrund von Erschöpfung den Beruf verlassen oder ihre Arbeitszeiten reduziert. Er forderte die Politik auf, weitere Maßnahmen vorzubereiten, falls die in der vergangenen Woche beschlossenen Maßnahmen nicht greifen würden. Ebenso richtete Marx einen Appell an die Bevölkerung zur Impfung, sie sei der Schlüssel zum Erfolg der Pandemiebewältigung. Eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen lehnt die DIVI ab. Mehr zur PK in den News.

+++ Lage in Hessen spitzt sich zu +++

Nach Angaben von Jürgen Graf, ärztlicher Direktor des Frankfurter Uniklinikums und Leiter des Planungsstabs für stationäre Versorgung der Covid-Patienten in Hessen, spitze sich die Lage auf Hessens Intensivstationen deutlich zu. Stationäre Versorgung sowie die Betreuung von Notfällen seien bereits jetzt beeinträchtigt. Die Versorgungsregionen Südhessen und Frankfurt/Offenbach seien besonders stark belastet, jedoch sei die Lage noch nicht so dramatisch wie in Bayern. Knapp ein Prozent der Neuinfektionen lande auf der Intensivstation. Bei den aktuellen Infektionszahlen wären das 50 oder mehr Patienten pro Woche, so Graf. Stand Samstag werden 250 Patienten auf den Intensivstationen behandelt. Ursache für die Zuspitzung der Situation sei neben der hohen Zahl an Ungeimpften auch ein nachlassender Impfschutz der Geimpften sowie eine höhere Ansteckungsrate durch die Delta-Variante. Hinzu komme, dass es bundesweit 30 Prozent weniger Intensivbetten gebe als im vergangenen Winter, der Grund ist vor allem der Fachkräftemangel. [Quelle: dpa]

+++ Berliner Krankenhäuser an Belastungsgrenze +++

Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) geht davon aus, dass sich die Zahl der Intensivpatienten in den nächsten Tagen und Wochen stark erhöhen wird. "Die Berliner Krankenhäuser sind erneut im vollen Pandemiemodus", sagte BKG-Geschäftsführer Marc Schreiner der dpa und forderte Unterstützung von Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Aus seiner Sicht seien die Versorgungsaufschläge für die Behandlung von Covid-Patienten nicht das richtige Mittel, die Kliniken in der Krise wirtschaftlich abzusichern und die notwendige Liquidität zu verschaffen. Sie würden nicht reichen, um Erlösausfälle durch die notwendigen Absagen planbarer Eingriffe zu kompensieren. Laut Schreiner muss dringend nachgesteuert werden. Zur Not müssten auf Landesebene notwendige Mittel gegeben werden. "Damit würde auch vermieden, dass Berliner Kliniken im Zuständigkeits-Ping-Pong zwischen Bund und Land aufgerieben werden." [Quelle: dpa]

+++ Zwei Drittel der Häuser erwarten Defizit für 2021 +++

Eine aktuelle Umfrage der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz (KGRP) hat alarmierende Ergebnisse zur wirtschaftlichen Situation der Kliniken im Land gezeigt. Demnach rechnen fast zwei Drittel der Häuser mit einem Defizit für das laufende Jahr. „Diese alarmierenden Zahlen zeigen sehr deutlich, dass der für das Jahr 2021 geregelte Ganzjahresausgleich keine auskömmliche Finanzierung der Krankenhäuser gewährleisten kann. Die vom Verordnungsgeber auf Bundesebene erwartete Entspannung der Lage ab dem 3. Quartal 2021 ist pandemiebedingt nicht eingetreten“, so der Vorsitzende der KGRP Bernd Decker. Er fordert daher die Umsetzung eines Drei-Punkte-Plans: 1. Nachbesserungen beim Ganzjahreserlösausgleich für 2021, 2. Liquiditätshilfen in Form von Ausgleichszahlungen für alle von der Pandemie betroffenen Häuser sowie zusätzliche Pauschalen für die Behandlung von Covid-Patienten, 3. Ganzjahreserlösausgleich für 2022. Aus Sicht der KGRP sei absehbar, dass die Inzidenz- und Hospitalisierungszahlen weit in das Jahr 2022 auf hohem Niveau bleiben und die Krankenhäuser deshalb weiterhin deutliche Leistungs- und Erlösverluste haben werden. Auch flankierende Ausgleichszahlungen sind für das Verschieben planbarer medizinische Eingriffe unabdingbar. [Quelle: KGRP]

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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